Chaos bei 1860 München: Ist der Verein noch zu retten?
Chaos bei 1860 München: Ist der Verein noch zu retten?

1860-Investor taucht überraschend in München auf

Nach dem beispiellosen Chaos bei 1860 München und dem so gut wie sicheren Zwangsabstieg in die 4. Liga ist Hasan Ismaik plötzlich in München aufgetaucht. Der 48-jährige jordanische Geschäftsmann hat ausgewählte Medienvertreter zu einem vertraulichen Gespräch in ein feudales Fünf-Sterne-Hotel geladen. Aus Sicherheitsgründen darf der genaue Ort nicht genannt werden.

Star-Anwalt an seiner Seite

Ismaik hat sich mit dem ehemaligen CSU-Staatsminister Dr. Peter Gauweiler (76) einen Star-Anwalt zur Seite geholt, der auf Schadensersatz spezialisiert ist. Die Ismaik-Seite machte den Anwesenden schnell klar, dass ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen dem Investor und dem Verein drohen könnte. Dennoch betonte Ismaik: „Ich liebe Deutschland, ich liebe den deutschen Fußball und ich hoffe, dass wir eine gute Lösung für den TSV 1860 finden.“

Hintergrund des Zwangsabstiegs

Am 3. Juni um 17 Uhr endete die Frist für die Vergabe des Spielrechts in der 3. Liga. Die Löwen ließen die Frist verstreichen, da sich der Verein und Ismaik nicht auf eine Lösung für die benötigten 2,35 Millionen Euro einigen konnten. Ismaik hatte das Geld zunächst zugesagt, kündigte den Kreditvertrag jedoch überraschend. Dies führte zum Zwangsabstieg. Nun hofft Ismaik auf die Gnade des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

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Ismaik zeigt sich kämpferisch

Der Investor ist überzeugt, dass der Verein noch zu retten ist: „Unverändert steht das Geld auf einem deutschen Konto zur Verfügung. Wir reichen die Hand und suchen eine Lösung.“ Der BILD legte er sogar einen Nachweis vor. Die KGaA (Lizenzspielabteilung des Vereins) kann noch bis spätestens Donnerstag eine Beschwerde gegen den Zwangsabstieg beim DFB einreichen. Das DFB-Bundesgericht kann bei Dringlichkeit kurzfristig Beschlüsse fassen.

Widersprüchliches Verhalten

Ismaik kämpft plötzlich um sein Investment, das er selbst durch die kurzfristige Kündigung der Darlehensverträge am 21. Mai an den Abgrund gebracht hat. Dies ist nur einer der vielen Widersprüche, die der Jordanier an den Tag legt. Ein Blitzverkauf seiner Anteile wäre nun ohne Zustimmung des Vereins möglich, da der Kooperationsvertrag, der das 1860-Vorkaufsrecht regelte, vom Verein am 4. Juni gekündigt wurde. Der Wert seiner Anteile (zuletzt rund 20 Millionen Euro) ist in den letzten Wochen dramatisch gesunken. Eine mögliche Lösung: Ismaik verkauft für weit weniger und erhält im Erfolgsfall in den nächsten Jahren Nachschläge – eine gesichtswahrende Möglichkeit.

Politiker schalten sich ein

Die Löwen werden zum Politikum. Laut BILD versucht die Ismaik-Seite mit externen Vermittlern Brücken zu bauen. So soll sich Innenminister Joachim Herrmann (69, CSU) bei 1860-Präsident Gernot Mang (57) gemeldet haben. Ismaik betont: „Die Forderung des Vereins, dass ich jederzeit unbegrenzte Mittel bereitstellen soll, ist weltfremd.“ Nach BILD-Informationen ging es jedoch nicht um unbegrenzte Mittel, sondern um rund 4 Millionen Euro, damit im Oktober eine positive Fortführungsprognose erstellt werden kann und eine Insolvenz nicht droht.

Fazit: Jahrelanger Rechtsstreit droht

Fakt ist: Dieser Verein ist in der aktuellen Konstellation nicht zu retten. Doch Ismaik wird nicht ohne Kampf sein Investment (rund 80 Millionen Euro über die letzten 15 Jahre) aufgeben. Die Löwen müssen sich auf einen jahrelangen Rechtsstreit unter anderem wegen Schadensersatz einstellen. Dass Ismaik einen langen Atem hat, hat er in den letzten 15 Jahren bewiesen.

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