Berlin-Marathon 2026: Elite-Feld sorgt für Rekordjagd
Berlin. Ende September findet der Berlin-Marathon statt, und schon jetzt ist klar: Es soll schnell werden. Die Rede ist von einem Event der Superlative. Ein Kommentar von Jessica Hanack, Redakteurin.
Die deutsche Profiläuferin Esther Pfeiffer hat in den vergangenen Wochen ihr Trainingspensum im Netz geteilt. Innerhalb von sieben Tagen kam sie dabei auf exakt 201 Laufkilometer – eine Zahl, die ich nicht mal innerhalb eines Monats erreiche. Klar war so auch schon länger, dass sie sich auf einen Marathon vorbereitet, offen war lediglich noch, wo. Jetzt ist auch das Geheimnis gelüftet. Es wird der Berlin-Marathon. Und ihr Ziel für das Rennen ist ambitioniert. „Wenn ich mein Training bis zum Marathon in Berlin so durchziehen kann, wie ich es mir vorstelle, und das Wetter es zulässt, werde ich auf deutschen Rekord anlaufen“, wird die 28-Jährige von SCC Events zitiert. Sie ist nicht die Einzige, die eine Bestzeit erzielen will.
Rückkehr der Weltrekordhalter
Der Berlin-Marathon im September wird, so viel ist schon jetzt klar, eine große Jagd nach Rekorden. Und Berlin wieder ein Ort, an dem die nationale wie internationale Elite des Laufsports zusammenkommt. Abgesehen von den Zehntausenden Hobby-Läuferinnen und -Läufern, die sich an die 42 Kilometer wagen. Klar scheint: Nach dem sensationellen London-Marathon, mit einem Weltrekord und einem weiteren Athleten, der die magische Zwei-Stunden-Marke geknackt hat, will Berlin nun auch wieder angreifen. Und sichert sich dazu gleich mehrere Chancen.
Schon seit einigen Wochen ist bekannt, dass eben jener Läufer, der im April in London den neuen Marathon-Weltrekord aufgestellt hat, wieder in die deutsche Hauptstadt kommen wird. Sabastian Sawe hat schon im vergangenen Jahr den Berlin-Marathon gewonnen. Und hatte trotz Temperaturen von bis zu 25 Grad die damals neuntschnellste je gelaufene Zeit erzielt. Seit London ist sicher: Bei guten Bedingungen geht noch deutlich mehr. Zwar hat er für Berlin nicht explizit angekündigt, erneut eine Bestleistung aufstellen zu wollen, aber zumindest gesagt, sein Ziel sei es, „so gut und so schnell wie möglich“ zu laufen. Und in seinen Sphären bedeutet das zumindest indirekt, dass ein neuer Weltrekord denkbar ist.
Weiter geht es im Frauenfeld, zu dem nicht nur die deutsche Hoffnungsträgerin Esther Pfeiffer zählt. Die Äthiopierin Tigst Assefa weiß bereits, wie es sich anfühlt, in Berlin den Weltrekord zu brechen. 2023 lief sie schon einmal hier und verbesserte die Bestmarke auf 2:11:53 Stunden. Die Rekordzeit wurde ein Jahr später von der Kenianerin Ruth Chepngetich in Chicago unterboten. Chepngetich ist zwar inzwischen wegen eines Dopingvergehens für drei Jahre gesperrt worden, ihr Marathon-Weltrekord blieb davon aber unberührt. In Berlin will Assefa die schnelle Strecke nutzen, sich wieder an die Spitze der Läuferinnen zu schieben. „Es ist mir eine große Freude, drei Jahre nach meinem Weltrekord im Jahr 2023 erneut auf den Straßen Berlins an den Start zu gehen und wieder zu versuchen, den Weltrekord zu brechen“, wird sie zitiert. Gelingt ihr das, würde sie gleich zwei Rekorde halten. Schon aktuell ist sie die Athletin mit der schnellsten je gelaufenen Zeit in einem reinen Frauen-Marathonrennen.
Renndirektor selbstbewusst: „Eine Veranstaltung der Superlative“
Entsprechend selbstbewusst äußert sich Renndirektor Mark Milde über den Berlin-Marathon und kündigt an, dieser verspreche einmal mehr „eine Veranstaltung der Superlative zu werden“. Das liegt nicht nur an dem Profifeld, mit dem auch ein eindeutiges Zeichen in Richtung der anderen weltweiten Major-Marathons gesendet wird. Es liegt auch an der enormen Zahl an Freizeitläufern. Von 60.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus etwa 160 Nationen ist die Rede.
Den Athleten, ob Elite oder Amateur, bleibt zu wünschen, dass der Wettergott in diesem Jahr nicht erneut beschließt, Ende September spontan noch mal den Hochsommer aufleben zu lassen. Ich habe noch die Gesichter vom vergangenen Jahr in Erinnerung, die von mehr gezeichnet waren, als nur dem normalen Marathon-Schmerz bei Kilometer 37. Die gute Nachricht ist: Der Berlin-Marathon findet in diesem Jahr sieben Tage später statt als 2025. Das macht Hoffnung auf weniger Hitze, den einen oder anderen Rekord – und für alle ein bisschen weniger Quälerei.



