Satelliteninternet für den Ukrainekrieg: Der Kreml baut ein eigenes Starlink
Elon Musk hat den Russen sein System verweigert. Nun behauptet Putin, die Arbeit am eigenen Satelliteninternet Rassvet schreite »zügig und in guter Qualität« voran. Doch es gibt Probleme.
Von Ann-Dorit Boy und Christoph Seidler
16.06.2026, 20.07 Uhr
Der Kreml arbeitet offenbar fieberhaft an einem eigenen Satelliteninternet-System namens Rassvet. Nachdem Elon Musks Starlink für Russland nicht verfügbar ist, will Präsident Wladimir Putin eine unabhängige Kommunikationsinfrastruktur aufbauen. Doch wie gut ist das System wirklich?
Putin erklärte kürzlich: »Ich habe bereits gesagt, dass wir über ein solches System verfügen. Die Arbeit schreitet zügig und in guter Qualität voran.« Experten bezweifeln jedoch, dass Rassvet in absehbarer Zeit mit Starlink konkurrieren kann. Das russische Projekt leidet unter technischen Schwierigkeiten und fehlenden Ressourcen.
Besonders problematisch ist die Herstellung der Satelliten. Russland ist auf importierte Komponenten angewiesen, die aufgrund von Sanktionen kaum zu beschaffen sind. Zudem fehlt es an ausreichenden Startkapazitäten, um die geplanten Satelliten ins All zu bringen. Das System könnte daher zunächst nur eine begrenzte Abdeckung bieten.
Die militärische Nutzung steht im Vordergrund. Im Ukrainekrieg ist eine zuverlässige Kommunikation entscheidend. Ein eigenes Satelliteninternet würde Russland unabhängiger von westlichen Technologien machen. Doch ob Rassvet die hohen Erwartungen erfüllen kann, bleibt fraglich.



