Trumps Prestigeprojekt: Reflecting Pool erneut grün
Das frisch renovierte Wasserbecken am Lincoln-Denkmal in Washington, ein Prestigeprojekt von US-Präsident Donald Trump, ist schon wieder von Algen befallen. Trotz mehrmaliger Reinigung durch Arbeiter schimmerte das Becken am Dienstag erneut grünlich. Trump hatte zuvor versprochen, dass das Becken nach einem Bodenanstrich mit Poolfarbe in „Amerikaflaggen-blau“ erstrahlen werde.
Algenplage seit 1922
Die Algenblüte ist ein bekanntes Problem, das bereits seit der Eröffnung des Beckens im Jahr 1922 besteht, begünstigt durch die schwülwarmen Temperaturen in der US-Hauptstadt. Während Enten die Algen mögen, erzürnte der Zustand Trump vor den anstehenden Feierlichkeiten zum 250. Gründungstag der USA. Er kritisierte seine Vorgänger von der Demokratischen Partei scharf und warf ihnen vor, den „widerlichen“ und „dreckigen“ Zustand des Beckens jahrelang toleriert zu haben.
Teure Renovierung
Der Immobilienmogul ließ das Becken daraufhin entleeren und den grauen Boden mit Poolfarbe streichen. Laut Presseberichten kostete diese Aktion 14,2 Millionen Dollar (etwa zwölf Millionen Euro) – fast zehn Mal so viel wie von Trump ursprünglich angegeben. Am 4. Juni wurde das Becken wieder mit Wasser befüllt, und das Weiße Haus jubelte, Washington sehe „besser aus denn je“.
Wahrzeichen und Fotomotiv
Der Reflecting Pool ist ein Wahrzeichen Washingtons und ein beliebtes Fotomotiv. In ihm spiegeln sich das Lincoln-Denkmal und der Obelisk zu Ehren des ersten US-Präsidenten George Washington.
Nanobubbler als Lösung
Das US-Innenministerium kündigte an, gegen die Algen einen sogenannten „Nanobubbler“ einzusetzen. Dieses Gerät, auch Nanoblasengenerator genannt, erzeugt Millionen winziger Bläschen, die Sauerstoff ins Wasser transportieren und so die Algenblüte verhindern sollen. Eine Sprecherin des Innenministeriums wurde von der „New York Times“ mit den Worten zitiert: „Wir danken Präsident Trump dafür, dass er den Reflecting Pool ein für alle Mal repariert hat.“
Weitere Bauprojekte Trumps in Washington
Trump lässt Washington an mehreren Stellen umgestalten, um sich ein Denkmal zu setzen. So ließ er den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um an dessen Stelle einen Ballsaal zu bauen. Zudem plant er einen riesigen Triumphbogen, der fast dreimal so hoch werden soll wie das Brandenburger Tor in Berlin und anderthalbmal so hoch wie der Pariser Triumphbogen. (AFP)



