Das 21. WM-Spiel für Thibaut Courtois endete vorzeitig – und könnte sein letzter Einsatz als Nationalspieler Belgiens gewesen sein. Nach 71 Minuten musste der Torhüter von Real Madrid gegen seinen Willen den Platz verlassen, sein Ersatzmann Senne Lammens von Manchester United patzte in der 88. Minute und ermöglichte dem Europameister Spanien das Siegtor zum 2:1. „Ich wollte noch fünf oder zehn Minuten spielen“, sagte Courtois sichtlich emotional nach der Partie. „Für einen Torwart ist das ein beschissenes Gefühl.“
Courtois‘ Auswechslung und Lammens‘ Patzer
Courtois war im Los-Angeles-Stadion mit Tränen in den Augen zu sehen. „Die Tränen kamen aus Frustration, weil ich in so einem Spiel ausgewechselt werden musste, obwohl ich mich gut fühlte und nach dem 1:1 einige wichtige Paraden gemacht hatte. Das ist schade. Aber letztlich war es die Entscheidung des Trainers“, sagte der 34-Jährige. Der Weitschuss, den Lammens nur nach vorn abprallen ließ, besiegelte die Niederlage: Mikel Merino staubte ab. „Ich habe ihn fest umarmt. Mehr kann ich im Moment nicht tun“, so Courtois über seinen jungen Kollegen.
Belgiens Verteidiger Brandon Mechele zeigte Verständnis: „Das war nicht der einfachste Ball, der springt direkt vor ihm auf. Als Abwehrspieler können wir ihm da vielleicht auch mehr helfen. Er muss daraus lernen und wir als Gruppe müssen füreinander da sein und uns helfen.“
Courtois‘ Zukunft als Nationaltorwart ungewiss
Auf 21 WM-Spiele kommt Courtois, nur Manuel Neuer hat mit 23 Einsätzen mehr. Ob der Einsatz gegen Spanien sein letzter war, wusste Courtois selbst nicht. „Das ist etwas, worüber ich mit dem Trainer und Vincent Mannaert sprechen muss“, sagte er. Die Nations League würde er gerne aussetzen, „danach könnte ich für die Qualifikation und möglicherweise die Europameisterschaft zurückkehren“. Das sei aber eine Entscheidung des Trainers und des Verbands. „Wenn sie das nicht so sehen, muss ich darüber nachdenken, ob ich weiter zur Nationalmannschaft kommen kann oder nicht. Sonst war das heute vielleicht mein letztes Spiel.“
Weitere Ausfälle belasten Belgien
Belgien musste zuvor schon kurzfristig den Ausfall von Youri Tielemans verkraften. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler von Aston Villa hatte sich beim Aufwärmen verletzt. Nach dem Kreuzbandriss von Amadou Onana, der sich beim Achtelfinal-Sieg gegen die USA verletzt hatte, war es der nächste schwere Rückschlag für die Belgier. „Gegen so eine Mannschaft darf man keine Fehler machen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, vor allem als wir ausgeglichen hatten. Manchmal zählen die Details, es hat heute einfach nicht gereicht“, sagte Belgiens Coach Rudi Garcia und beklagte die Verletzten: „Das war natürlich nicht vorteilhaft für uns.“



