Kansas City — Ein Unentschieden, das sich wie ein Sieg anfühlt: Der krasseste Außenseiter der WM-Gruppe E, Curaçao, hat ein sensationelles 0:0 gegen Ecuador erkämpft. Durch dieses Ergebnis ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vorzeitig als Gruppensieger qualifiziert. Selbst eine Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador am 25. Juni (22 Uhr deutscher Zeit, MagentaTV, ARD und Liveticker bei BILD.de) in New Jersey könnte die DFB-Elf nicht mehr vom ersten Platz verdrängen.
Torwart Eloy Room wird zum Helden
Überragender Mann auf dem Platz war Curaçaos Torwart Eloy Room. Der 37-jährige Keeper, der beim Miami FC unter Vertrag steht und früher für PSV Eindhoven und Vitesse Arnheim spielte, zeigte eine Glanzleistung. Mit zahlreichen Super-Paraden entnervte er den hoch favorisierten Gegner aus Südamerika. Ecuador muss nun um den Einzug in die K.o.-Phase bangen.
Die Stimmung im Arrowhead Stadium in Kansas City war elektrisierend. Die Heimspielstätte der Kansas City Chiefs, des früheren Super-Bowl-Champions, gilt als die lauteste Freiluftarena der Welt. 2014 wurde bei einem Spiel gegen die New England Patriots ein Lärmpegel von 142,2 Dezibel gemessen – lauter als ein startendes Düsentriebwerk.
Erste Halbzeit: Ecuador drückt, Room hält
Ecuador dominierte die erste Halbzeit und kam zu acht Torschüssen. Die beste Chance vergab Kapitän Enner Valencia, der frei vor Torwart Eloy Room auftauchte und aus sieben Metern abzog – Room parierte glänzend (3. Minute). Der Außenseiter profitierte von einem starken Room-Service.
Auf der Tribüne verfolgte prominente Gäste das Spiel: König Willem-Alexander, Königin Maxima und Prinzessin Ariane – das halbe niederländische Königshaus war anwesend. Hintergrund: Curaçao war früher Kolonie der Niederländer. Im 26-köpfigen Kader gibt es nur einen Spieler, der in Curaçao geboren wurde: Ex-Werder-Profi Tahith Chong. Alle anderen stammen aus den Niederlanden.
Dritte Halbzeit: Curaçao mit Chancen und Glück
In der 60. Minute sorgte Curaçao für eine irre Szene: Gleich drei Chancen innerhalb weniger Sekunden! Zunächst wehrte Ecuadors Torwart Hernán Galíndez einen Schuss von Leandro Bacuna von der Strafraumgrenze ab, dann wurden zwei Nachschüsse von Comenencia und Locadia abgewehrt.
Ecuador antwortete mit einem Doppelschlag in der 65. und 67. Minute: Erst wehrte Room einen Kopfball von Valencia ab, kurz darauf entschärfte er einen Schuss von Pacho. Der Keeper war nicht zu bezwingen.
In der 75. Minute ein Schreckmoment für Ecuador: Juninho Bacuna knallte den Ball an die Latte – Galíndez parierte stark. Ecuador warf in der Schlussphase alles nach vorn, aber vergeblich. Angelo Preciado traf mit einer verunglückten Flanke sogar die Latte (90.). Curaçao feierte den Punktgewinn, der auf die perfekte Einstellung durch die holländische Trainer-Legende Dick Advocaat zurückzuführen ist. Nach dem 1:7 gegen die DFB-Elf hatte Advocaat die Mannschaft neu formiert und sensationell einen Punkt entführt.



