DFB-Abwehr: Ohne Schlotterbeck fehlt die Stabilität und Spieleröffnung
DFB-Abwehr: Ohne Schlotterbeck fehlt die Stabilität

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Nico Schlotterbeck (Sprunggelenksverletzung) kämpft die deutsche Nationalmannschaft mit Abstimmungsproblemen in der Defensive. Im letzten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador (1:2) offenbarte die neu formierte Abwehrkette Schwächen – erstmals in diesem Turnier blieb das Team ohne Zu-Null-Erfolg.

Rüdiger als Ersatz: Neue Dynamik in der Viererkette

Für Schlotterbeck rückte Antonio Rüdiger (Real Madrid) in die Startelf. Da auch Linksverteidiger Nathaniel Brown fehlte (David Raum ersetzte ihn), war die Hälfte der Viererkette neu. Bundestrainer Julian Nagelsmann stellte auf eine Fünferkette um, die in der ersten Halbzeit laut Joshua Kimmich „ganz gut“ funktionierte. Nagelsmann ergänzte: „Aus dem tiefen Block haben wir keine Chance zugelassen.“ Dennoch fiel der Siegtreffer für Ecuador nach einer Ecke, bei dem Torwart Manuel Neuer in einer „extrem undankbaren Situation“ (Nagelsmann) war.

Statistik belegt: Rüdiger anders als Schlotterbeck

Rüdiger brachte andere Qualitäten mit: vier klärende Aktionen, zwei Balleroberungen und fünf von sieben gewonnenen Zweikämpfen (Boden und Luft). Seine Passquote lag bei 92 Prozent. Allerdings fehlte ihm die spieleröffnende Fähigkeit Schlotterbecks, der laut Rüdiger „einen linken Fuß aus Gold“ besitzt und präzise Diagonalbälle schlagen kann. Nagelsmann erklärte: „Ecuador hat gemerkt, dass sie uns höher pressen können.“ Zudem verrutschten Rüdiger zwei Zuspiele auf Raum – „ein bisschen an der Struktur“ gelegen, so der Bundestrainer.

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Nagelsmann: Kein Torwartspiel von Neuer

Bisher konnte Neuer seine gewohnte Aura nicht entfalten. „Bis jetzt ist noch kein Torwartspiel dabei gewesen“, kritisierte Nagelsmann. In den drei Vorrundenspielen kassierte Deutschland stets Gegentore – auch gegen Curaçao nicht zu null. Insgesamt gelang im Jahr 2026 nur einmal ein Zu-Null-Sieg (4:0 gegen Finnland). Kapitän Joshua Kimmich forderte: „Wir dürfen nicht jedes Spiel ein, zwei Gegentore bekommen.“

Auswirkungen auf die Defensivstrategie

Durch Schlotterbecks Ausfall veränderte sich auch die Rolle von Jonathan Tah, der gegen Ecuador sein schwächstes WM-Spiel zeigte. Rüdiger, der erstmals seit September 2025 in der Startelf stand, hatte sich nach Nagelsmanns Entscheidung im März als Ersatzmann gefügt. DFB-Sportdirektor Rudi Völler bezeichnete Rüdiger dennoch als „Weltklasse-Innenverteidiger“. Doch die Umstellung auf eine Fünferkette und die veränderte Spieleröffnung bleiben Herausforderungen für das Team.

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