EU-Kommission leitet Kartelluntersuchung gegen Sanofi ein
Kartelluntersuchung gegen Sanofi eingeleitet

Die Europäische Kommission hat ein Kartellverfahren gegen den französischen Pharmakonzern Sanofi eingeleitet. Im Fokus steht der Vorwurf, Sanofi habe mit einer irreführenden Kommunikationskampagne gegen einen Grippeimpfstoff der Konkurrenz gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen.

Vorwurf: Irreführende Kampagne gegen Konkurrenzprodukt

Die Wettbewerbshüter gehen dem Verdacht nach, dass Sanofi seinen eigenen verstärkten Grippeimpfstoff „Efluelda“ mit falschen oder irreführenden Behauptungen als dem Konkurrenzprodukt „Fluad“ von CSL Seqirus überlegen dargestellt hat. Dabei soll das Unternehmen seine Marktmacht missbraucht haben. Sanofi weist die Vorwürfe zurück.

Die Kampagne richtete sich laut Kommission vor allem an medizinisches Fachpersonal in Deutschland und Frankreich. Darin sei behauptet worden, die Evidenzgrundlage für „Fluad“ sei schwächer als die für „Efluelda“. Dies widerspreche den Erkenntnissen der nationalen Impfkommissionen in beiden Ländern sowie des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). In Deutschland sei zudem fälschlich behauptet worden, es gebe ungelöste wissenschaftliche Einwände medizinischer Fachgesellschaften gegen eine nationale Impfempfehlung für das Konkurrenzprodukt.

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Wettbewerbskommissarin betont Verbraucherschutz

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera erklärte: „Grippeimpfstoffe tragen jedes Jahr zum Schutz Zehntausender Europäerinnen und Europäer bei. Die informierte Entscheidungsfindung der Verbraucher darf nicht unangemessen beeinträchtigt werden.“ Die Kommission prüft nun, ob Sanofi seine Marktstellung missbraucht hat. Für die Untersuchung gibt es keine gesetzliche Frist.

Parallel hat die Kommission in einer vorläufigen Beurteilung ihre wettbewerbsrechtlichen Bedenken dargelegt. Sanofi kann darauf mit Verpflichtungszusagen reagieren. Bereits im September 2025 hatte die Kommission Räumlichkeiten des Konzerns in Deutschland und Frankreich durchsucht.

Sanofi zeigt sich kooperativ

Ein Sprecher von Sanofi teilte mit: „Sanofi ist davon überzeugt, stets im Einklang mit allen geltenden Gesetzen und Vorschriften gehandelt zu haben und wird dies auch weiterhin tun. Das Unternehmen nimmt die Angelegenheit sehr ernst und kooperiert im gesamten Verfahren vollumfänglich mit der Europäischen Kommission.“

Die Untersuchung betrifft den Markt für verstärkte Grippeimpfstoffe, die speziell für Menschen über 60 Jahre entwickelt wurden. Sanofi bietet unter dem Markennamen „Efluelda“ einen solchen Impfstoff an, der mit „Fluad“ von CSL Seqirus konkurriert.

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