Der Bezirk Treptow-Köpenick hat kurzfristig zwei Sportanlagen wegen des Eichenprozessionsspinners gesperrt. Das teilte das Bezirksamt mit. Betroffen sind die Sportanlage FEZ in der Straße An der Wuhlheide 161 und der Sportplatz Hirschgartendreieck am Fürstenwalder Damm 366. Die Sperrungen gelten jeweils bis einschließlich 5. Juli.
Hintergrund der Sperrungen
Vor gut einer Woche hatte die Behörde auf Anfrage der Berliner Morgenpost noch erklärt, dass es im Bezirk keine vollständig gesperrten Flächen gebe. „Gesperrt sind allenfalls die Flächen um die betroffenen Bäume“, hieß es damals. Nun musste der Bezirk aus Gründen des Gesundheitsschutzes doch zwei Standorte vorübergehend sperren. Auch das für diesen Samstag, 27. Juni, geplante Sommerfest des SV Askania Coepenick wurde vom Verein abgesagt.
Gesundheitsgefahr durch Brennhaare
„Die Sperrungen sind erforderlich, um Besucherinnen und Besucher sowie Sportlerinnen und Sportler vor den gesundheitlichen Risiken zu schützen, die von den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners ausgehen können. Diese können unter anderem Haut- und Atemwegsreizungen verursachen“, so das Bezirksamt in einer Mitteilung. Problematisch sind vor allem die Brennhaare der Raupen, die mikroskopisch klein sind und das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Bei Berührung können Haut- und Augenreizungen sowie Juckreiz ausgelöst werden. Eingeatmete Brennhaare können auch zu Reizung der oberen Atemwege und bei entsprechender Vorbelastung zu Atembeschwerden führen.
Verhaltenstipps und Bekämpfung
„Es wird grundsätzlich geraten, zu Nestern und Gespinsten Abstand zu halten und diese keinesfalls zu berühren. Bei Kontakt mit den Brennhaaren sollte die Kleidung gewechselt und die betroffenen Hautpartien mit Wasser abgespült und Augen ausgespült werden“, erläutert das Bezirksamt. Das Straßen- und Grünflächenamt entfernt die Nester der Raupen an sensiblen öffentlichen Punkten wie Schulen, Sportplätzen, Spielplätzen, Haltestellen und Bereichen mit sehr hoher Verweildauer. Die Bekämpfungsschwerpunkte seien in Absprache mit dem Gesundheitsamt gewählt worden, „um die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel effizient einzusetzen“. Hinweisschilder zum Eichenprozessionsspinner hat die Behörde an befallenen Schulhöfen, Sportplätzen, Friedhöfen und Grünanlagen in Treptow-Köpenick angebracht.
Weitere Maßnahmen
„Das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin bittet um Verständnis für die notwendigen Schutzmaßnahmen und arbeitet mit den zuständigen Stellen daran, die erforderlichen Maßnahmen zeitnah umzusetzen. Sobald die Sportanlagen wieder gefahrlos genutzt werden können, werden sie unverzüglich wieder freigegeben“, teilte der Bezirk mit.



