Hitzewochenende in Brandenburg: 40 Grad, Absagen und Waldbrandgefahr
Hitzewochenende in Brandenburg: 40 Grad erwartet

Brandenburg steht vor einem extremen Hitzewochenende mit Temperaturen bis zu 41 Grad. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hält neue Temperaturrekorde für wahrscheinlich. Der bisherige absolute Rekord für Brandenburg wurde am 19. Juni 2022 in Cottbus mit 38,9 Grad gemessen – sowohl Juni- als auch absoluter Rekord.

Zahlreiche Veranstaltungen abgesagt

Wegen der Hitze wurden vielerorts geplante Veranstaltungen gestrichen. Dazu gehören das Sommerfest des Kleist-Museums in Frankfurt (Oder), der Christopher Street Day (CSD) in Bernau und das 25-jährige Jubiläum des Volksparks Potsdam. Auch das Sportangebot „Fit am Schloss“ in Oranienburg fällt aus. Der Sommer-Empfang der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz im Dom St. Peter und Paul in Brandenburg wurde ebenfalls abgesagt.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) schließt ihre Schlösser am Wochenende bereits um 13.00 Uhr, um Gefahren für Besucher und Mitarbeiter durch Hitzebelastung abzuwenden. „Auch der Fährbetrieb zur Pfaueninsel in Berlin wird jeweils ab 13.00 Uhr eingestellt“, teilte die SPSG mit. Alle Veranstaltungen wurden abgesagt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Badestellen unter Druck

Die Badestellen rund um Berlin dürften am Wochenende einen Besucheransturm erleben. Bereits an vergangenen Sommerwochenenden hatten sich an den Gewässern im Umkreis der Bundeshauptstadt teilweise Hunderte Menschen eingefunden. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mahnte zu gegenseitiger Rücksichtnahme. „Wir werben dafür, dass alle, die am Wasser unterwegs sind, so ein bisschen den Blick für die Mitmenschen haben sollten“, sagte ein DLRG-Sprecher.

Waldbrandgefahr steigt auf Stufe 5

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg nimmt weiter zu. Für drei Landkreise galt am Freitag die höchste Gefahrenstufe 5: Havelland, Potsdam-Mittelmark (inklusive Potsdam und Brandenburg/Havel) sowie Prignitz. Am Freitag brannten mehrere kleinere Waldflächen, wie der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes mitteilte. Viele Einsätze der Feuerwehren zogen sich bis in den Nachmittag. Am Donnerstag rückten die Feuerwehren unter anderem im Landkreis Elbe-Elster zu einem größeren Einsatz aus. In einem Wald bei Werder (Havel) waren nach Angaben der Regionalleitstelle rund 4.000 Quadratmeter betroffen.

Kliniken bereiten sich vor

Besonders gefährlich ist Hitze für Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen. In Cottbus kämen schon jetzt mehr Menschen, vor allem ältere, mit Symptomen, die auf zu wenig Flüssigkeitszufuhr hindeuten, hieß es von der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem. „Wir rechnen mit einem Anstieg in den nächsten Tagen“, meinte Matthias Fehr, kommissarischer Chefarzt der Zentralen Notaufnahme.

Ähnlich sieht es am Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann aus. „In den letzten Jahren haben wir in der Zentralen Notaufnahme beobachtet, dass sich der Klimawandel mit immer heißeren und trockeneren Sommern auf unsere insbesondere älteren Patientinnen und Patienten auswirkt“, so Michael Oppert, Chefarzt des Zentrums für Notfall- und Intensivmedizin. Es komme zu mehr Ohnmachten, Hitzeschlägen, Kreislaufproblemen und Flüssigkeitsmangel.

Infrastruktur unter Hitzestress

Auch auf den Straßen und Schienen des Landes herrscht Ausnahmezustand: Von Hitzeschäden waren am Freitag in Brandenburg unter anderem die A2, A10, A11, A13 und A15 betroffen. Die Autobahnmeistereien arbeiten mit Hochdruck an der Reparatur der betroffenen Stellen. „Sogenannte 'Blow-ups' treten bei Betonfahrbahnen auf. Insbesondere bei älteren, stark belasteten und schon mehrmals reparierten Autobahnabschnitten aus Beton kann dies der Fall sein“, erklärte ein Sprecher der Autobahn GmbH. Durch sogenannte Entlastungsschnitte werde die Gefahr von Hitzeschäden weitestgehend gebannt. Zudem werden für gefährdete Strecken Geschwindigkeitsbegrenzungen erlassen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration