Angesichts des heißen Wochenendes erwartet die Berliner Feuerwehr mehr Einsätze als an normalen Tagen. Sowohl beim Rettungsdienst für Menschen mit gesundheitlichen Problemen als auch bei der Rettung nach Unfällen an Badegewässern rechne man mit einer „erhöhten Anzahl wärmebedingter Einsätze“, sagte ein Sprecher. Die hohen Temperaturen führen bereits jetzt zu Kreislaufproblemen und Badeunfällen – vereinzelt wurden sogar Kinder in Rettungsstellen eingeliefert.
Typische saisonale Einsätze, aber früher als üblich
Der Sprecher wies darauf hin, dass es bei hochsommerlicher Wärme in der Regel mehr Fälle von Menschen mit Kreislaufproblemen gebe. Und auch mehr Vorfälle an Gewässern, weil es dort voll werde, gerade an warmen bis heißen Wochenenden. Hinzu komme, dass manche Menschen Alkohol tränken, aber weniger gut vertragen. „Das sind eigentlich typische saisonbedingte Einsätze, untypisch ist eher, dass es bereits im Juni und nicht erst im Juli oder August passiert“, so der Sprecher.
Die Feuerwehr informiere auch auf ihrer Internet-Homepage und auf anderen Portalen wie X über Schutzmaßnahmen und gebe Hinweise und Tipps für richtiges und vernünftiges Verhalten bei Hitze, beim Baden und Grillen. „Damit es am Ende vielleicht nicht oder zu weniger Unfällen und anderen Problemen kommt.“
Kinder in Rettungsstellen: Hitzschlag und Fieberkrämpfe
In die Berliner Rettungsstellen sind hitzebedingt indes auch Kinder eingeliefert worden. Vereinzelt behandelten die Teams in den Vivantes-Kinderrettungsstellen auch junge Patientinnen und Patienten, wie eine Vivantes-Sprecherin mitteilte. Die betroffenen Kinder hätten vor allem starke Kopfschmerzen, Fieberkrämpfe oder einen klassischen Hitzschlag. In sehr wenigen Einzelfällen habe es auch eine Hirnhautentzündung gegeben.
Besonders Kleinkinder sind anfällig, weil sie sich noch nicht ausreichend schützen können und ihre Köpfe im Vergleich zum Körper groß sind, wie die Sprecherin weiter erklärt. Die Vivantes-Kinderärzte empfehlen deshalb, die Hitze zu meiden, sich im Schatten aufzuhalten und Sonnenschutz zu verwenden. Auch solle die Mitte des Tages nicht im Freien verbracht und für Abkühlung gesorgt werden. Warnzeichen einer Überhitzung bei Kindern seien etwa eine erhöhte Körpertemperatur oder ein eingeschränktes Bewusstsein.
Bei der Mehrheit der hitzebedingten Einlieferungen in die Rettungsstellen handelte es sich um ältere Menschen mit Flüssigkeitsmangel. Sie sollten sich bei Hitze besonders in Acht nehmen.
Feuerwehrleute schützen sich selbst
Mehr schützen vor der Hitze werden sich auch die Feuerwehrleute. „Vor dem Dienst wird darauf hingewiesen, dass jeder auch auf sich selber achtet, weil auch Grenzen schneller erreicht sind“, sagte der Sprecher. „Die Kollegen werden daran erinnert, rechtzeitig zu trinken. Besonders, wenn sie in schwerer Schutzkleidung unterwegs sind. Da ist der Bedarf um ein Vielfaches höher, als wenn man den gleichen Einsatz bei 20 Grad weniger leistet.“
Waldbrandgefahr steigt auf Stufe 5
Auch die Waldbrandgefahr steigt voraussichtlich am Wochenende. Für Sonntag geht der Deutsche Wetterdienst (DWD) von einer Gefahr der Stufe fünf von fünf für Berlin-Buch aus, wie aus dem Waldbrandgefahrenindex des DWD hervorgeht. Für die Stationen in Marzahn und Tempelhof gilt am Sonntag voraussichtlich die Stufe vier, für Dahlem die Stufe drei. Stufe fünf bedeutet „sehr hohe Gefahr“, Stufe vier bedeutet „hohe Gefahr“. Bei Stufe drei spricht man von einer „mittleren Gefahr“.
Die Berliner Forsten weisen darauf hin, dass Brandursachen fast immer menschlich und durch Fehlverhalten ausgelöst seien. „Der Wald fängt niemals von alleine an zu brennen“, sagte Peter Harbauer, Leiter der Information und Öffentlichkeitsarbeit der Berliner Forsten. Waldbesucher sollten auf das Rauchen und jegliche Art von Feuer verzichten. Rauchentwicklung und Brände sollten sofort über den Notruf gemeldet werden. Außerdem sei es wichtig, Rettungswege und Waldeinfahrten freizuhalten.



