Foxborough (dpa) – Die deutsche Nationalmannschaft ist im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Paraguay ausgeschieden. Nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit und Verlängerung unterlag das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann im Elfmeterschießen mit 3:4. Besonders bitter: Kai Havertz, der in der 54. Minute per Kopf den Ausgleich erzielt hatte, vergab als erster Schütze vom Punkt. Auch Antonio Rüdiger und Niclas Füllkrug (nicht im Kader) scheiterten, während Manuel Neuer zwar einen Elfmeter hielt, aber nicht alle parieren konnte.
Neuer im Fokus – ohne Happy End
Manuel Neuer, der nach langer Verletzungspause sein Comeback im DFB-Tor feierte, war beim Gegentreffer durch Julio Enciso (42.) machtlos. Der Paraguayer köpfte eine Flanke von Mathías Galarza unhaltbar ein. Neuer verhinderte später das 0:2 (50.), als er gegen Enciso stark reagierte. Im Elfmeterschießen zeigte er eine Glanzparade, konnte die Niederlage aber nicht abwenden. „Es ist extrem enttäuschend. Wir haben alles gegeben, aber am Ende hat das Quäntchen Glück gefehlt“, sagte Neuer nach dem Spiel.
Abwehr wackelt – Tahs Tor aberkannt
Die Defensive um Jonathan Tah und Antonio Rüdiger stand nicht sicher. Tah hatte in der Verlängerung das vermeintliche 2:1 per Kopf erzielt (102.), der Treffer wurde jedoch nach Videobeweis wegen eines Fouls von Waldemar Anton am Torwart nicht anerkannt. „Das war eine sehr enge Entscheidung. Ich bin überzeugt, dass Torwart Gill den Ball nie erreicht hätte“, kritisierte Tah. Rüdiger zeigte sich stabil, aber im Aufbauspiel fehlte die Präzision des verletzten Nico Schlotterbeck.
Wirtz und Havertz als Hoffnungsträger
Florian Wirtz, der in der ersten Hälfte noch zögerlich wirkte, bereitete den Ausgleich mit einer scharfen Flanke auf Havertz vor (54.). Auch der zweite Kopfball von Havertz (78.) hätte fast gesessen, scheiterte aber an Torwart Roberto Gill. Havertz, der zuvor blass geblieben war, traf im Elfmeterschießen nicht. „Ich habe mich gefühlt, als würde ich auf Watte laufen. Der Elfmeter war einfach schlecht“, gab Havertz zu.
Nagelsmanns Wechsel verpuffen
Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte in der zweiten Hälfte und brachte unter anderem Leon Goretzka für Felix Nmecha (46.). Goretzka konnte jedoch keine Akzente setzen. Jamal Musiala kam erstmals als Joker (63.), blieb aber unglücklich. „Wir haben uns viel vorgenommen, aber die Durchschlagskraft fehlte“, analysierte Nagelsmann. Deniz Undav, der sein erstes Startelf-Spiel bei dieser WM bestritt, blieb ohne Torbeteiligung und wurde nach 63 Minuten ausgewechselt.
Statistik: Dritte WM-Niederlage im Elfmeterschießen
Für Deutschland war es die dritte WM-Niederlage im Elfmeterschießen nach 1982 gegen Frankreich und 2006 gegen Argentinien. Die DFB-Elf verlor zudem das vierte K.-o.-Spiel bei einer WM in Folge. Paraguay zog erstmals seit 2010 wieder ins Viertelfinale ein.



