DFB-Präsident Neuendorf: WM-Aufräumer ohne Geburtstagsständchen
DFB-Präsident Neuendorf als WM-Aufräumer

Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), erlebt seinen 65. Geburtstag an diesem Montag in einer alles andere als festlichen Atmosphäre. Nach dem erneuten Vorrunden-Aus der Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft – diesmal in den USA, Kanada und Mexiko – steht der gebürtige Dürener vor einer erneuten Bewährungsprobe als Krisenmanager. Schon bei der WM 2022 in Katar war Neuendorf nach dem frühen Ausscheiden gefordert, doch nun laufen die ersten Schritte der Krisenbewältigung deutlich strukturierter ab als damals.

Viertelfinal-Aus 2022 und erneutes WM-Scheitern

Vor zwei Jahren, am Vorabend seines 63. Geburtstags, hatte die DFB-Elf ihm mit einer 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen Spanien im Viertelfinale der Heim-EM eine bittere Enttäuschung bereitet. Diesmal ist die Situation noch gravierender: Die Mannschaft schied bereits in der Vorrunde der WM aus – eine Wiederholung des Desasters von Katar 2022. Neuendorf, der damals noch relativ neu im Amt war und wenig Erfahrung mit sportlichen Krisen hatte, musste sich in dieser Woche erneut auf den Weg nach Amerika machen. Anders als vor vier Jahren wird er jedoch kein WM-Spiel mehr im Stadion besuchen, wie aus DFB-Kreisen verlautet.

Trennung von Nagelsmann als erster Erfolg

Die erste und wichtigste Aufgabe auf Neuendorfs To-Do-Liste wurde bereits sauber abgearbeitet: die Trennung von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Der 38-Jährige hatte nach dem Elfmeter-Drama gegen Paraguay in der Nacht von Foxborough bei Boston seinen Rücktritt eingereicht – ein Schritt, den Neuendorf geschickt eingeleitet hatte. In einem Drei-Schritt-System – Rückreise in Ruhe, Krisensitzung, dann Rücktritt – wurde die Trennung ohne öffentlichen Auftritt des Präsidenten vollzogen. Per Pressemitteilung wurde der Kurs vorgegeben. „Das war ein klarer und professioneller Prozess“, lobt ein Verbandsinsider. Im Gegensatz zu 2022, als Neuendorf am Flughafen in Doha einen staatsmännischen Auftritt hinlegte, aber wenig zur schnellen Krisenbewältigung beitragen konnte, wirkte er diesmal souverän und handlungsfähig.

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Klopp-Verpflichtung als nächster Schritt

Punkt zwei auf der Agenda ist die Verpflichtung von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer. Bereits in der Pressemitteilung zur Nagelsmann-Trennung wurde dieser Schritt angekündigt: „Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert.“ Dieses Vorgehen war ungewöhnlich, aber clever, wie Sportexperten anmerken. Klopp selbst bestätigte seine Bereitschaft in einem Interview bei MagentaTV. Nun geht es nur noch um die finanziellen Details und die Trennung Klopps von seinem aktuellen Arbeitgeber Red Bull.

Ligapräsident Hans-Joachim Watzke, der aus gemeinsamen Dortmunder Tagen einen engen Draht zu Klopp hat, könnte den Deal final fix machen. Watzke war bereits 2022 bei der Behebung der Katar-Krise der wichtige Mann im deutschen Fußball. Doch Neuendorf verschafft überall den glaubhaften Eindruck, dass er die Fäden in der Hand hält. „Das gibt ihm im Verband eine Position der Stärke“, kommentiert ein Beobachter. Sollte der Klopp-Deal gelingen, könnte Neuendorf am Ende doch noch eine Lobeshymne als Ersatz für das entgangene Geburtstagsständchen erhalten.

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