Hausverbot für Journalisten: DOSB fordert Respekt vor Pressefreiheit
Hausverbot für Journalisten: DOSB fordert Respekt vor Pressefreiheit

Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hat zwei Journalisten Hausverbot für eine Pressekonferenz erteilt. Hintergrund ist ein kritischer Bericht der Sportschau, der nach dem Start der Olympischen Winterspiele 2026 veröffentlicht wurde und angebliche Unregelmäßigkeiten beim Verband sowie Spannungen zwischen Athleten und Führung thematisierte.

Die betroffenen Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus erhielten vorab ein schriftliches Hausverbot für die Veranstaltung im Berliner Müggelturm. DESG-Präsident Matthias Große verteidigte diesen Schritt und sprach von einer „Schmutzkampagne“ gegen seinen Verband. Er erklärte: „Jeder kann mit mir sprechen, außer Jörg Mebus und Hajo Seppelt.“

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als Dachorganisation kritisierte das Hausverbot deutlich. In einer Stellungnahme hieß es: „Wir erwarten von unseren Mitgliedsorganisationen, dass sie die Pressefreiheit respektieren.“ Die Pressefreiheit sei ein „essenzielles Gut unserer Demokratie“.

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Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) reagierte empört. DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster bezeichnete das Hausverbot als „unglaublichen Vorgang“ und betonte, dass Pressekonferenzen nicht wie ein „closed shop“ organisiert werden dürften. Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) sprach von einem „klaren Eingriff in die Pressefreiheit“.

Der Müggelturm, in dem die Pressekonferenz stattfand, gehört Große persönlich. Der Verband tagte damit in den eigenen Räumlichkeiten seines Präsidenten. Bei Olympia hatten die deutschen Eisschnellläufer und Shorttracker eine Medaille verpasst, was zu Kritik an Verband und Trainern führte.

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