Erstmals in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft ziehen bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko die acht besten Gruppendritten in die K.o.-Phase ein. Dieses neue Regelwerk sorgt für eine hochspannende Gruppenphase, in der nicht jedes Team unbedingt auf Sieg spielen sollte. Eine Analyse der Ausgangslage zeigt, dass es für viele Mannschaften verdammt eng wird – und dass taktische Überlegungen eine große Rolle spielen.
Neues Format: Mehr Teams, mehr Spannung
Die WM 2026 wird erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragen, die in 16 Gruppen zu je drei Teams aufgeteilt sind. Die Gruppenersten und -zweiten qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale. Hinzu kommen die acht besten Gruppendritten. Damit haben insgesamt 32 Teams die Chance auf die K.o.-Phase – ähnlich wie bei der Europameisterschaft, die dieses System bereits nutzt.
„Die Erweiterung des Teilnehmerfeldes bringt mehr Vielfalt und Spannung in das Turnier“, erklärte ein Sprecher der FIFA. Allerdings birgt das neue Format auch Tücken: Da nur drei Spiele pro Gruppe absolviert werden, sind die Ergebnisse noch schwerer vorherzusagen. Zudem kann ein Unentschieden oder sogar eine knappe Niederlage für einen Gruppendritten ausreichen, um weiterzukommen – sofern die anderen Ergebnisse mitspielen.
Die Tabelle der Gruppendritten: Ein Blick auf die Konkurrenz
Um die Chancen der einzelnen Teams zu bewerten, lohnt ein Blick auf die voraussichtliche Tabelle der Gruppendritten. Entscheidend sind Punkte, Tordifferenz, erzielte Tore und gegebenenfalls das Losglück. „Es wird erwartet, dass vier Punkte in der Regel für das Weiterkommen reichen, drei Punkte könnten ebenfalls ausreichen – aber es kommt auf die Tordifferenz an“, analysierte ein Turnierexperte.
Besonders spannend ist die Situation in den Gruppen mit starken Favoriten wie Brasilien, Frankreich oder Deutschland. Dort könnten die Gruppendritten mit nur einem Sieg und einer Niederlage gut dastehen, während in ausgeglichenen Gruppen auch zwei Unentschieden ausreichen könnten. Ein Beispiel: Österreich feierte einen wichtigen Sieg gegen Jordanien und hat damit gute Karten, als Gruppendritter weiterzukommen.
Taktische Fallstricke: Nicht jedes Team sollte auf Sieg spielen
Interessanterweise kann es für manche Teams taktisch sinnvoll sein, nicht mit voller Kraft auf Sieg zu spielen. „Ein Remis kann wertvoller sein als ein knapper Sieg, wenn man dadurch eine bessere Tordifferenz vermeidet oder die Konkurrenz in anderen Gruppen im Auge behält“, erklärte der ehemalige Nationalspieler und heutige TV-Experte. Mannschaften, die bereits sicher im Achtelfinale stehen, könnten zudem Reserven schonen.
Ein Negativszenario wäre eine „Schande von Kansas City“ – benannt nach dem Austragungsort eines möglichen entscheidenden Spiels. Sollte ein Team trotz guter Ausgangslage durch eine unglückliche Niederlage oder eine schwache Tordifferenz ausscheiden, wäre das eine große Enttäuschung. Die FIFA hofft, dass das neue Format für mehr Chancengleichheit sorgt, doch Kritiker befürchten, dass es zu taktischen Spielchen kommen könnte.
Fazit: Spannung bis zur letzten Minute
Die WM 2026 verspricht eine der spannendsten Gruppenphasen aller Zeiten zu werden. Die acht besten Gruppendritten werden erstmals im Achtelfinale dabei sein – und die Rechnung geht nur auf, wenn die Teams clever agieren. „Es wird nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Kopf entschieden“, so ein Trainer. Am Ende zählen Punkte, Tore und manchmal auch das Glück. Fußballfans dürfen sich auf ein Turnier der Extreme freuen.



