Dynamo Dresden überrascht mit Rekord-Sommer auf dem Transfermarkt
Dynamo Dresden mit Rekord-Sommer: 3,2 Millionen Euro investiert

Dynamo Dresden sorgt für eine faustdicke Überraschung: Der Vorjahres-Aufsteiger hat in diesem Sommer bereits 3,2 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben – so viel wie noch nie in einer Transferperiode. Und die Summe könnte sogar noch steigen, da viele Deals mit Bonuszahlungen versehen sind.

Clevere Verhandlungen von Sportdirektor Sören Gonther

Sportdirektor Sören Gonther (39) verhandelte die Transfers geschickt, um die Spieler überhaupt finanzieren zu können. Für Mittelfeldmotor Robert Wagner (23, Marktwert 2,5 Mio. Euro) zahlte Dynamo rund 850.000 Euro sofort an den SC Freiburg. Innenverteidiger Thomas Keller (26, Heidenheim) und Außenflitzer Ben Bobzien (23, Mainz 05) kosteten wegen schwierigerer Verhandlungen jeweils rund eine Million Euro. Beide haben mit 1,2 bzw. 2,0 Mio. Euro einen höheren Marktwert und stehen in der ewigen Liste der teuersten Dresdner Einkäufe auf den Plätzen zwei und drei. Wagner liegt auf Position sechs.

Hinzu kommen 340.000 Euro für Rechtsverteidiger Jonas Sterner (24, Marktwert 800.000) von Hannover 96. Insgesamt ergibt sich die Rekordinvestition von rund 3,2 Millionen Euro. Zum Vergleich: Den bisher kostenintensivsten Sommer gab es unter Ralf Minge (65) vor der Saison 2019/20, als Dresden 2,85 Mio. Euro in die Zweitliga-Truppe steckte. Mit dabei waren Alexander Jeremejeff für eine Million, Chris Löwe für 900.000 Euro sowie die Talente Matthäus Taferner (550.000) und Luka Stor (400.000). Weil die Neuzugänge damals nicht lieferten, verpufften die Ausgaben.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Investition in bewährte Kräfte

Diesmal hat Dynamo das Geld nur in Kicker investiert, die bereits als Leihprofis bei den Schwarz-Gelben eingeschlagen haben. Die Katze wurde also nicht im Sack gekauft. Sportchef Gonther betont: „Ich glaube, dass das ein Invest ist in die Mannschaft, die die nächsten Jahre hier spielen soll. Natürlich möchte ich im Sommer nächstes Jahr nicht wieder zwölf bis 13 Neuzugänge machen müssen.“ Mit der Kohle wurde eine Achse aufgebaut, die mittelfristig Perspektive in der 2. Liga haben kann und das Ende der Dauer-Umbrüche einläuten soll.

Dafür nahm der Ostklub in Kauf, dass er beim nächsten Klassenerhalt noch Nachschläge an die abgebenden Klubs zahlen muss. Nach Informationen dieser Zeitung dürften für Keller, Wagner, Bobzien und den ablösefreien Mittelfeld-Abräumer Nicolai Rapp (Karlsruhe) im Sommer 2027 Boni in Höhe von geschätzt knapp einer Million Euro fällig werden.

Finanzierung: TV-Geld und Eigenkapital

Wie konnte sich die SGD die Shoppingtour leisten? Dresden erhält im zweiten Zweitliga-Jahr allein zwei Millionen Euro mehr TV-Geld (8,9 statt zuvor 6,9 Mio.). Zusätzlich dürfte Dynamo auf das üppige Eigenkapital von rund 10,85 Mio. Euro (Stand Mitgliederversammlung Ende 2025) zurückgegriffen haben.

Aufsichtsratschef Michael Ziegenbalg (39) hatte im März bezüglich des Profi-Etats angekündigt: „Man kann keine Prozente für die Steigerung angeben. Wenn der sportliche Bereich eine Idee hat und es bringt uns voran, sind wir immer gesprächsbereit. Wir sind ein Sportverein und das Geschehen auf der grünen Wiese ist für uns das Wichtigste.“

Rekord-Transfer der Klubgeschichte bleibt bestehen

An den Rekordtransfer der Klubgeschichte kommt aber keiner der Neuen heran. Moussa Koné kam im Winter 2017/18 für 2,16 Mio. Euro vom FC Zürich. Damals gab Dynamo Dresden aber sonst keinen Cent für andere Spieler aus, womit der Höchstwert für eine Transferphase erst jetzt erreicht wurde.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration