Breel Embolo, einst in der Bundesliga aktiv, erlebte beim WM-Viertelfinale zwischen der Schweiz und Argentinien einen schwarzen Tag. Nach einer klaren Schwalbe, die erst durch den Videobeweis auffiel, sah er die Rote Karte und brach noch auf dem Spielfeld in hemmungslose Tränen aus. „Er ist am Boden zerstört“, sagte Trainer Murat Yakin nach dem 1:3 nach Verlängerung, das das Aus für die Schweiz bedeutete.
Schwalbe führt zu Roter Karte
Die Szene ereignete sich fünf Minuten nach dem Ausgleich der Schweizer durch Dan Ndoye in der 67. Minute. Embolo, der zuvor bereits eine Gelbe Karte wegen eines Fouls erhalten hatte, täuschte einen Schlag ins Gesicht vor, woraufhin Schiedsrichter zunächst Argentiniens Leandro Paredes die Gelbe Karte zeigte. Nach Ansicht der Videobilder zog er diese zurück und stellte Embolo stattdessen vom Platz. „Das ist eine Entscheidung, die das Spiel killt“, betonte der Schweizer Kapitän Granit Xhaka auf Englisch.
Die Neue Zürcher Zeitung kommentierte: „Mit seinem Platzverweis erweist Breel Embolo dem Team einen Bärendienst.“ Mitspieler mussten den sichtlich mitgenommenen Stürmer auf dem Rasen trösten. „Es tut uns weh, es tut ihm weh, dass wir auf diese Weise ein Mann weniger auf dem Platz waren“, sagte Yakin. Man sei durch einen Fehler des Schiedsrichter-Gespanns bestraft worden.
Kritik am VAR-Eingriff
Remo Freuler, Schweizer Mittelfeldspieler, verstand nicht, dass der VAR in einer solchen Situation und in einem solchen Spiel eingreifen konnte. „Das ist ganz einfach eine Katastrophe.“ Xhaka äußerte sich ebenfalls kritisch über den Videoschiedsrichter: „Ich weiß nicht, was er sonst noch tun kann, aber er sollte das Spiel einfach nicht zerstören.“ Embolo sei natürlich sehr enttäuscht gewesen: „Weil er selber nicht verstehen kann, wieso.“
Der deutsche Ex-Weltmeister Mats Hummels, als Experte für MagentaTV tätig, kommentierte: „Irgendeine Übersprungshandlung in seinem Kopf hat wohl dafür gesorgt, dass er zur Schwalbe gegriffen hat. Ihm tut das natürlich weh und auch mir als Zuschauer tat es weh, das zu sehen. Die Aktion hat das Spiel entschieden, zuungunsten der Schweizer.“ Es sei in dem Fall „natürlich Wahnsinn, schon gelb-verwarnt so eine Schwalbe zu machen.“
Argentinien nutzt Überzahl
Der Titelverteidiger aus Südamerika nutzte die numerische Überlegenheit eiskalt aus. Nach der frühen Führung durch Alexis Mac Allister (10.) kamen die Argentinier in der Verlängerung zu den Toren von Julian Álvarez (110.) und Lautaro Martínez (120.+1). Die Schweiz verlor schließlich mit 1:3 und schied im Viertelfinale aus. Für Embolo und seine Teamkollegen endete das Turnier damit enttäuschend.



