Im Spiel um Platz 3 der Fußball-WM 2026 liefern sich England und Frankreich einen denkwürdigen Schlagabtausch. Zur Halbzeit führten die Engländer überraschend mit 4:0, nachdem Trainer Thomas Tuchel auf die Superstars Harry Kane und Jude Bellingham verzichtet hatte. Doch die Franzosen kämpften sich in der zweiten Hälfte zurück und verkürzten auf 2:4.
Englische Übermacht in der ersten Hälfte
Bereits in der dritten Minute traf Declan Rice zur frühen Führung. Ezri Konsa erhöhte in der 17. Minute, und Bukayo Saka sorgte mit einem Doppelpack (37. und 45.+1) für den deutlichen 4:0-Pausenstand. Dabei war die Stimmung vor dem Spiel noch kritisch gewesen: Tuchel war von den eigenen Fans ausgebuht worden, nachdem die Aufstellung ohne Kane und Bellingham bekannt gegeben worden war. Die englische Presse titelte: „Was ist das für eine Aufstellung?“
Thomas Tuchel hatte vor dem Spiel erklärt: „Keiner unserer Spieler und keiner der französischen Spieler will dieses Spiel bestreiten.“ Frankreichs Verteidiger Ibrahima Konaté bestätigte: „Keiner von uns wollte um diesen dritten Platz spielen, aber wir haben keine Wahl.“
Frankreichs emotionale Botschaften und schwache erste Hälfte
Die Franzosen hatten das Spiel zur emotionalen Abschiedsvorstellung ihres scheidenden Weltmeister-Trainers Didier Deschamps erklärt. Superstar Kylian Mbappé schrieb in einer Botschaft an Deschamps: „Heute ist dein letzter Tanz. Du, der uns so viel gegeben hat. Wir hätten dir ein besseres Ende bieten sollen, aber wir haben versagt.“
Doch Mbappé selbst fand nicht die richtige Einstellung: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte verzichtete er nach einem Ballverlust auf den Versuch, den Ball zurückzuerobern, und tauschte auf dem Weg in die Kabinen bereits das Trikot mit einem Gegenspieler. Er scherzte herzlich mit Tuchel.
Frankreichs Aufholjagd in der zweiten Hälfte
Zur zweiten Hälfte wechselte Deschamps gleich vier Spieler auf einmal aus. „Es war katastrophal“, hatte er in der Halbzeit gesagt. Sein Team startete furios: Nur gut zwei Minuten nach Wiederanpfiff verkürzte Mbappé mit seinem neunten Turniertor auf 1:4. In der 54. Minute traf Bradley Barcola zum 2:4.
Das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, nachdem England zunächst dominiert hatte. Ob die Franzosen den Rückstand noch aufholen können, bleibt abzuwarten.



