Eva Lys: Berliner Rasenglück und neues Selbstvertrauen
Eva Lys: Berliner Rasenglück und neues Selbstvertrauen

Die Rückkehr nach Berlin tut Eva Lys sichtbar gut. Nach schwierigen Wochen, körperlichen Problemen und dem frühen Aus bei den French Open wirkt Deutschlands derzeit größte Tennishoffnung wieder befreit. Vor dem Achtelfinale gegen Elina Svitolina am Donnerstag im Steffi-Graf-Stadion tritt sie auf Rasen plötzlich mit ganz anderem Selbstvertrauen auf.

Berlin Tennis Open: Der Wendepunkt für Eva Lys

Denn die Berlin Tennis Open auf der Anlage des LTTC Rot-Weiß scheinen für Eva Lys genau zum richtigen Zeitpunkt zu kommen. Das wurde bei ihrem Auftaktsieg am Dienstag gegen die Polin Magdalena Frech deutlich. Wichtiger als das Ergebnis ist für die 24-Jährige derzeit allerdings etwas anderes: das Gefühl, wieder fit zu sein. „Ich hatte eine super Trainingswoche. Ich fühle mich wieder sehr gut auf dem Platz und habe wieder viel Spaß“, sagt Lys.

Dabei liegen schwierige Wochen hinter der Hamburgerin. Das Aus bei den French Open hatte sie besonders hart getroffen. Körperliche Probleme und ihre rheumatische Autoimmunerkrankung hatten ihr in Paris zu schaffen gemacht. Doch anstatt lange zu hadern, konzentrierte sie sich auf die Suche nach Lösungen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Gesundheitliche Herausforderungen und Lösungswege

„Für mich ging es eigentlich nie darum, ob ich aus einem solchen Tief rauskomme, sondern eher wann“, sagt Lys. Sie habe viel Zeit mit Ärzten verbracht und intensiv daran gearbeitet, ihren Körper besser zu verstehen und die Regeneration zu verbessern. „Einfach zu wissen, dass es ein Ziel gibt, auf das ich hinarbeite, und dass es Lösungswege gibt, hat mir sehr geholfen.“ Die Arbeit scheint sich auszuzahlen. Und auf dem Belag, mit dem sie sich früher eher schwertat, fühlt sie sich inzwischen besonders wohl.

Rasen als Trumpf: „Ich kann Schaden anrichten“

„In den letzten Jahren haben mir immer alle gesagt, ich wäre gut auf Rasen“, erzählt Lys und lacht. Lange habe sie das selbst nicht so recht geglaubt, weil die Ergebnisse ausgeblieben seien. Doch inzwischen habe sich das verändert. „Ich fühle mich wohl auf Rasen. Vor allem, weil es sehr zu meinem Spielstil passt, den Ball früh zu nehmen. Das ist sehr gefährlich für die Gegnerin.“ Die Deutsche geht deshalb mit einer neuen Überzeugung auf den Platz. „Ich kann auf Rasen definitiv Schaden anrichten“, sagt sie selbstbewusst.

Lieblingsstation Berlin: Mehr als nur ein Turnier

Dass dieses Gefühl ausgerechnet in Berlin zurückkehrt, überrascht sie nicht. Denn das Turnier gehört längst zu ihren Lieblingsstationen auf der Tour. „Von Jahr zu Jahr wird das Turnier besser und besser“, sagt Lys. Für sie sei es nicht nur eines der besten Rasenturniere, sondern eines der besten WTA-500-Turniere überhaupt. Dabei geht es nicht nur um die sportlichen Bedingungen. „Wir haben super Essen, ein unglaubliches Hotel und eine tolle Organisation“, sagt sie. Vor allem aber schätzt sie die Atmosphäre abseits des Platzes. „Die Stadt ist einfach cool. Wir haben die Möglichkeit, verschiedene Restaurants auszuprobieren und auch mal abzuschalten.“

Vorfreude auf das Achtelfinale gegen Svitolina

Vor dem Achtelfinale gegen Svitolina will sie gar nicht zu viel verändern. „Mein Plan bleibt eigentlich immer relativ ähnlich“, so Lys. „Ich will einfach mein Tennis spielen.“ Druck verspürt sie dabei keinen. Stattdessen überwiegt die Vorfreude. „Ich habe den Heimvorteil und freue mich einfach auf ein weiteres Match vor Wimbledon.“ Denn unter Tennisspielerinnen gibt es längst einen Running Gag. „Wir machen immer Witze, dass man vor Wimbledon gar nicht so viele Matches auf Rasen bekommt“, erzählt Lys. Umso glücklicher sei sie, dass sie in Berlin noch eine weitere Chance erhält.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration