Berliner Südosten: Zusätzlicher Regionalzug soll S-Bahn-Lücke schließen
Zusätzlicher Regionalzug für Berliner Südosten

Bau-Chaos im Berliner Südosten: Verkehrsverwaltung kündigt zusätzlichen Regionalzug an

Um den von der S-Bahn abgehängten Berliner Südosten besser anzubinden, hat der Senat eine zusätzliche Zugverbindung bestellt. In wenigen Tagen soll sie starten. Von Stefan Jacobs. Stand: heute, 15:37 Uhr.

Seit dem vergangenen Wochenende ist der Berliner Südosten vom Rest der Stadt nahezu abgeschnitten: Die S-Bahn hat wegen Bauarbeiten fünf Linien eingestellt. Fahrgäste plagen sich entweder mit unzuverlässigen Ersatzbussen oder können versuchen, die Sperrung mit Regionalzügen zu umfahren. Doch die fahren so unregelmäßig, dass sie vielen Reisenden nichts nützen.

Gesperrt ist die Strecke von Baumschulenweg über Schöneweide einschließlich der Äste südlich davon, also von und nach Grünau, Altglienicke und Spindlersfeld. Für die fünf unterbrochenen Linien fahren Busse, die teils vollkommen überfüllt sind und regelmäßig im Stau stecken. Und die drei stündlichen Regionalzuglinien, die zwischen Flughafen BER, Schönefeld beziehungsweise Königs Wusterhausen via Schöneweide zum Ostkreuz fahren, ballen sich in einem Zeitfenster von 24 Minuten, sodass anschließend 36 Minuten lang kein Zug mehr kommt.

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Odeg schickt einen Zug pro Stunde auf die Strecke

Die Verkehrsverwaltung hat jetzt darauf reagiert und eine zusätzliche Regionalzugverbindung angekündigt, die die Lücke schließen soll: Vom kommenden Montag an bis zum Abschluss der Bauarbeiten am 5. Juni soll einmal pro Stunde ein zusätzlicher Regionalexpress zwischen Schönefeld, Schöneweide und Ostkreuz fahren.

Die genauen Fahrzeiten teilte die Verwaltung nicht mit, und in der VBB-App war die Verbindung am Mittwochnachmittag noch nicht hinterlegt. Bezahlt wird der von der Odeg geleistete Zusatzverkehr nach Senatsangaben vom Land.

Für jene Fahrgäste, für die die Regionalzugstationen keine Alternative sind, weil sie etwa nach Grünau, Altglienicke oder Baumschulenweg wollen, ist der Ersatzverkehr oft eine Zumutung: Während die Fahrplan-App einen Fünfminutentakt verspricht, kommt selbst im Berufsverkehr manchmal 20 Minuten kein Bus, obwohl mehrere in Sichtweite der Haltestelle parken. Der Wartebereich besteht beispielsweise in Grünau im Wesentlichen aus einem Radweg und einem niedergetrampelten Grünstreifen. Es gibt weder eine Bank noch Schatten. Auch in der Baumschulenstraße wird fast zwangsläufig auf dem Radweg gewartet; oft stehen Pulks von etwa 100 Menschen da.

Die Fahrzeit beträgt statt der mit der S-Bahn üblichen zehn bis 15 Minuten knapp eine halbe Stunde; wegen der unberechenbaren Takte der Ersatzbusse, Staus und Baustellen auf der Strecke dauert es insgesamt oft noch viel länger. Auch der nördlich der Baustelle gelegene Bahnhof Plänterwald ist zurzeit nur mit einem Pendelzug vom Treptower Park aus erreichbar. Betroffen sind die S-Bahn-Linien S46, S47, S8, S85 und S9.

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