Leverkusen – „Die andere Familie.“ Mit diesem Slogan beschrieb Bayer Leverkusen vor zwölf Jahren in einer Imagekampagne die Verbundenheit zwischen der Werkself, ihren Fans, der Stadt und dem Werk. Seitdem ist jedoch viel passiert, und die Beziehung zwischen Verein und Anhängern scheint zunehmend zu bröckeln.
Bayer wurde 2024 Doublesieger, und Tausende Fans hoffen auf eine Dauerkarte. Doch es gibt auch Entwicklungen, die den Anhängern sauer aufstoßen. Der „Kurvenrat Leverkusen“ warnt nun öffentlich vor einer Entfremdung und prangert an, dass die Bayer-Profis fast nur noch geheim trainieren.
Der Kurvenrat schreibt unter anderem auf Instagram: „Vielen von euch ist es sicherlich nicht entgangen, dass es gewisse Entwicklungen gibt, die den Verein sukzessive von den Fans entfernen. Exemplarisch sei hier die Abschottung im kommenden Trainingslager zu nennen. Ein einziges öffentliches Training ist nach den Diskussionen im vergangenen Jahr rund um die Brasilien-Reise mehr als enttäuschend.“ Zudem bereite auch „die Abschottung bei normalen Trainings große Sorgen“.
Bayer schlägt vom 1. bis 7. August in Blankenhain in Thüringen sein Trainingslager auf – nur am 2. August wird die Einheit für Fans offen sein. BILD konfrontierte Sport-Boss Simon Rolfes (44) mit dem Thema.
Rolfes reagiert auf die Fan-Kritik
„Durch den internationalen Kalender haben wir jedes Jahr sehr viele Spiele. Dadurch werden die Trainingseinheiten natürlich weniger. Trotzdem haben wir hin und wieder ein bisschen zu oft geschlossen trainiert. Das ist ein berechtigter Kritikpunkt aus der letzten Saison: Es hätte mehr Möglichkeiten für öffentliches Training gegeben. Es ist uns ein Anliegen, dass wir das in der Zukunft wieder häufiger anbieten, um vor Ort den Kontakt zu unseren Fans zu pflegen. Wir müssen da wieder einen verbesserten Zugang bekommen“, kündigt Rolfes an.
Im Trainingslager „ist die Sache etwas anders“, betont Rolfes. Denn: „Wir haben vier, fünf Trainingseinheiten, in denen wir total konzentriert arbeiten müssen. Der Fokus muss jetzt klar auf dem Sportlichen liegen. Aber es wird auch in Thüringen außerhalb des Trainings mehrere Berührungsmöglichkeiten für die Fans mit den Spielern und dem Klub geben. Diese Programmpunkte werden gerade ausgearbeitet.“
Immerhin: Der neue Cheftrainer Carles Martínez (42) hat bereits angekündigt, dass die erste Einheit auf dem Platz am 14. Juli öffentlich sein wird.



