Fifa hebt Rote-Karte-Sperre von Balogun auf
Die Entscheidung der Fifa sorgt weltweit für Diskussionen: Eigentlich schien die Sache klar – Folarin Balogun (25) hatte im WM-Sechzehntelfinale der USA gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) die Rote Karte gesehen und sollte das Achtelfinale gegen Belgien gesperrt verpassen. Doch dazu kam es überraschend nicht. Der Weltverband hob die Sperre des US-Stürmers auf und erteilte ihm eine Spielberechtigung für das K.-o.-Duell.
Möglich wurde die überraschende Kehrtwende durch Artikel 27 des Fifa-Disziplinarkatalogs. Obwohl zunächst erklärt worden war, dass gegen die Sperre kein Einspruch möglich sei, erlaubt dieser Paragraph dem Weltverband, individuelle Strafen zur Bewährung auszusetzen. Genau davon profitierte Balogun nun.
Schon Ronaldo profitierte von Fifa-Gnade
Ganz neu ist dieses Vorgehen allerdings nicht. Bereits Ende vergangenen Jahres kam Cristiano Ronaldo (41) in den Genuss einer ähnlichen Entscheidung. Der Portugiese war im WM-Qualifikationsspiel gegen Irland nach einem Ellenbogenschlag vom Feld verwiesen worden und hatte zunächst eine Sperre von drei Spielen erhalten. Zusätzlich provozierte er beim Verlassen des Platzes noch die gegnerischen Fans. Am Ende griff ebenfalls die Fifa ein.
Die Sperre wurde deutlich reduziert. Ronaldo verpasste lediglich das Qualifikationsspiel gegen Armenien (9:1), durfte dafür aber beim WM-Auftakt Portugals gegen die DR Kongo wieder spielen. Die übrigen beiden Spiele, die er eigentlich gesperrt gewesen wäre, wurden für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt.
Balogun kommt sogar noch besser weg
Im Fall Balogun ging die Fifa sogar noch einen Schritt weiter. Während Ronaldo zumindest ein Spiel absitzen musste, wurde die ursprüngliche Sperre des US-Stürmers komplett ausgesetzt. Damit steht Balogun seiner Mannschaft im Achtelfinale gegen Belgien trotz Roter Karte zur Verfügung – eine Entscheidung, die weit über die USA hinaus für Diskussionen sorgt.



