Fifa hält an WM-Verkauf fest: Statement gegen Kritik
Fifa hält an WM-Verkauf fest: Statement gegen Kritik

Die Fifa hat am frühen Freitagmorgen auf die weltweite Kritik an den WM-Verkaufsplänen reagiert und trotz heftiger Gegenwehr an dem umstrittenen Konsultationsprozess festgehalten. In einer offiziellen Erklärung bekräftigte der Weltverband, dass man an den Gesprächen mit den Mitgliedsverbänden festhalten werde.

„Wir respektieren die öffentlich geäußerten Rückmeldungen und Bedenken und bekräftigen unser Bekenntnis zu einem offenen und demokratischen Konsultationsprozess“, heißt es in dem Statement. Zugleich beklagten die Verantwortlichen, dass der geplante Konsultationsprozess durch falsche Medienberichte gestört worden sei. Man werde den Prozess aber fortsetzen, „um sicherzustellen, dass jeder Mitgliedsverband die Möglichkeit hat, seine Stimme auf der Grundlage von Fakten abzugeben“.

Der Konflikt um die Fifa-Tochtergesellschaft FFE

Hintergrund ist ein am Dienstag vorgestellter Plan von Fifa-Präsident Gianni Infantino (56), über die geplante Tochtergesellschaft FFE mehr als vier Milliarden US-Dollar von externen Investoren einzusammeln. Auch künftige WM-Turniere sollen unter dem Dach der neu gegründeten FFE organisiert werden, deren Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre. Die Ankündigung hatte in der Fußball-Welt für Empörung gesorgt und eine beispiellose Protestwelle ausgelöst.

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Besonders die Europäer laufen Sturm: Alle 55 Uefa-Mitgliedsverbände stimmten am Donnerstag geschlossen dafür, einen WM-Boykott zu unterstützen. Das Votum ist ein Novum in der Geschichte des europäischen Fußballverbandes. Auch der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Verband Concacaf lehnt die Investorenpläne geschlossen ab. Am Donnerstagabend stellte sich auch der US-Fußballverband an die Seite der Kritiker: „U.S. Soccer steht an der Seite der Concacaf und ihrer Mitglieder“, schrieb der Verband in einer Stellungnahme.

Fifa verteidigt die FFE-Pläne

In der neuen Stellungnahme versuchte die Fifa, die Wogen zu glätten. Ohne die Unterstützung der 211 Mitgliedsverbände der Fifa würden die kommerziellen Aktivitäten der FIFA unverändert bleiben, die FFE würde schlicht nicht gegründet werden, erklärte der Weltverband. Gleichzeitig betonte man: „Niemand verkauft den Fußball. Das ist nichts, was die FIFA jemals in Betracht ziehen würde.“

Die FFE sei ausschließlich vorgeschlagen worden, um sicherzustellen, dass alle Fifa-Mitgliedsverbände die Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen – und zwar „weder auf Kosten des Geistes noch der Führung der FIFA oder des Fußballs selbst“, so die Erklärung wörtlich.

Zudem äußerte sich die Fifa zu der Frage, wer die Verbände repräsentiere: „Jeder hat das Recht, seinen Widerstand zum Ausdruck zu bringen und weitere Klarstellungen einzufordern, aber keine einzelne Instanz kann für sich beanspruchen, alle 211 Mitgliedsverbände weltweit zu vertreten“, hieß es weiter. Jedem Mitgliedsverband solle es gestattet sein, den Vorschlag zu prüfen und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzureden.

Aussichten: Infantinos Mehrheit wackelt

Ob Infantino seine Pläne durchsetzen kann, bleibt trotz aller Beschwichtigungen fraglich. Rechnet man die 55 Stimmen der Uefa und die 41 Stimmen aus Nord- und Mittelamerika zusammen, dürfte es für den Fifa-Boss äußerst schwer werden, überhaupt eine Mehrheit für den WM-Verkauf zu erreichen. Insgesamt hat die Fifa 211 Mitgliedsverbände – die Gegner kommen also bereits auf fast die Hälfte der Stimmen.

Die Boykottdrohung der Europäer bleibt damit im Raum. Sollte die Fifa tatsächlich an ihren Investorenplänen festhalten, droht eine Eskalation, die den Fußball in zwei Lager spalten könnte. Das neue Statement wirkt wie der Versuch, Zeit zu gewinnen: Man signalisiert Gesprächsbereitschaft, weicht aber inhaltlich nicht einen Millimeter von der FFE-Idee ab.

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