Geisterspiel in Köln: Polizei muss wegen Zuschauern anrücken
Geisterspiel in Köln: Polizei rückt an

Beim Wiederholungsspiel der Kreisliga A in Köln zwischen dem ESV Olympia Köln und dem FC Pesch II ist es zu einem Polizeieinsatz gekommen. Zuschauer versuchten, über Zäune zu klettern, um sich Zugang zur Partie zu verschaffen, die als Geisterspiel ohne Publikum ausgetragen wurde. Ein Polizeisprecher bestätigte den Einsatz auf Anfrage.

Hintergrund: Streit um Spielabbruch

Das ursprüngliche Spiel in der abgelaufenen Saison war kurz vor Schluss abgebrochen worden. Olympia führte zu diesem Zeitpunkt mit 4:3, was den Abstieg von Pesch bedeutet hätte. Nach einer umstrittenen Entscheidung des Schiedsrichters zum 4:3 für Olympia zeigte dieser einem Spieler von Pesch die Gelb-Rote Karte. Der Schiedsrichter gab an, der Spieler habe ihn daraufhin bedroht und bespuckt. Daraufhin brach er die Partie ab.

Der Fußballverband Mittelrhein wertete das Spiel zunächst mit 2:0 für Olympia. Pesch legte Berufung ein, und das Bezirkssportgericht entschied, das Spiel komplett neu anzusetzen. In der Urteilsbegründung hieß es: „Bereits die Ausführungen des Schiedsrichters erscheinen der Kammer widersprüchlich. Jedenfalls sieht die Kammer nicht, dass hier eine Situation gegeben war, die zum Abbruch des Spiels berechtigt hätte.“

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Wiederholungsspiel: Pesch gewinnt 4:2

Das Wiederholungsspiel fand am Sonntag auf neutralem Boden im Kölner Stadtteil Bocklemünd statt – ohne Zuschauer. Der FC Pesch II gewann die Partie mit 4:2. Doch einige Fußball-Anhänger versuchten, sich über Zäune Zugang zum Spielfeld zu verschaffen, was den Polizeieinsatz auslöste.

Pesch-Vorsitzender Pascal Ervens äußerte sich zu den Vorfällen: „Nach der Gelb-Roten Karte hat sich unser Spieler aufgeregt, aber den Schiri keinesfalls bespuckt oder bedroht. Auch bei der Verhandlung wurde widerlegt, dass unser Spieler den Schiedsrichter bedroht oder bespuckt hat. Wir bekommen Gewaltandrohungen über die sozialen Medien und werden Anzeige stellen.“

Olympia kritisiert Urteil

Auch Olympia Köln meldete sich zu Wort. Auf Instagram schrieb der Verein: „Es geht um die Frage, die dieses Urteil jedem Schiri, jedem Verein und jedem Verband stellt: Wenn die Bedrohung eines Schiedsrichters am Ende belohnt wird – was ist Schiedsrichterschutz noch wert?“ Auf Anfragen von BILD reagierten weder Olympia noch der SC West.

Der Fall zeigt, wie tief die Emotionen im Amateurfußball gehen können und welche Konsequenzen selbst in unteren Ligen drohen. Die Polizei war vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten, und die Vereine prüfen rechtliche Schritte.

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