Gladbachs Wertverlust: Einziger Bundesligist mit negativer Entwicklung
Gladbachs Wertverlust: Einziger Bundesligist negativ

Borussia Mönchengladbach ist der einzige Verein der Bundesliga-Saison 2025/26, der im vergangenen Jahrzehnt eine negative Marktwert-Entwicklung seiner Spieler aufweist. Zählt man die beiden aktuellen Aufsteiger hinzu, stürzte nur Schalke 04 dramatischer im Wert ab. Diese erschreckende Entwicklung zeigt sich in Zahlen: Im September 2016 betrug Gladbachs Kaderwert 166 Millionen Euro, stieg bis 2020 auf 310 Millionen Euro an. Jetzt ist die Mannschaft nur noch 154 Millionen Euro wert – ein Minus von zwölf Millionen Euro oder 7,2 Prozent.

Ursachen des Wertverfalls

Die Fehlerliste hinter der Abwärts-Entwicklung ist bekannt: Ex-Sportdirektor Max Eberl (52) hinterließ 2022 einen überteuerten Kader. Die ablösefreien Abgänge von Champions-League-Stars wie Matthias Ginter (32), Marcus Thuram (28), Ramy Bensebaini (31) oder Lars Stindl (37) sowie die Corona-Krise trafen den Klub hart. Ex-Sportboss Roland Virkus (59) erkannte rechtzeitig, dass Kaderkosten gesenkt und neue Werte aufgebaut werden müssen. Gleichzeitig hielt sich die Erwartungshaltung des Umfelds weiter auf Königsklassen-Niveau.

Trotz vieler Fehler gehört zur Wahrheit: Während zahlreiche Traditionsklubs wie Schalke, Hamburg, Köln, Bremen, Hertha oder Stuttgart im Bemessungszeitraum der zehn Jahre mindestens einmal in die 2. Liga abstiegen, verhinderte Borussia bislang das Worst-Case-Szenario.

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Schröders Strategie gegen den Wertverfall

Neu-Sport-Boss Rouven Schröder (50) ist Gladbachs Hoffnungsträger, um den Wertverlust nachhaltig zu stoppen und den Verein neu aufzubauen. SPORT BILD kennt die Strategien des neuen Managers. Bereits in seiner ersten Transferperiode im Winter sparte er in Summe 4,5 Millionen Euro ein. Indem er einige Abgänge wie Oscar Fraulo (22, zu Derby County) selbst vermittelte, strich er sogar kleine Berater-Provisionen für die Vereinskasse ein.

Wichtigster Schachzug jetzt: Bei den Sommer-Einkäufen will er der aufgeheizten und teuren Transferphase nach der WM zuvorkommen. Für 9,5 Millionen Euro holte er bereits sieben neue Profis: David Herold (23, 3,5 Millionen Ablöse, Karlsruhe), Isac Lidberg (27, 3,5 Millionen, Darmstadt), Hugo Bolin (22, zwei Millionen, Malmö), Zento Uno (22, 0,5 Millionen, Shimizu), Daniel Batz (35, ablösefrei, Mainz), Enzo Leopold (25, ablösefrei, Hannover) und Yukhym Konoplya (26, ablösefrei, Donetsk). Alle sind keine Erfolgsgaranten, aber günstige Profis mit Wertsteigerungspotenzial oder Nachfolger von zuvor überbezahlten Profis. In sämtlichen Verträgen wurden niedrige Grundgehälter mit hohen Erfolgsprämien verankert.

Einnahmen und Sparmaßnahmen

Auf der anderen Seite nahm Schröder mit den Verkäufen von Rocco Reitz (24, 20 Millionen, Leipzig), Winsley Boteli (19, 3,5 Millionen, Sion) sowie Gehaltseinsparungen bei den teuren Jonas Omlin (32, Basel) und Marvin Friedrich (30, Union) bis zu 25 Millionen Euro ein. Weil der Großteil aber in die Tilgung laufender Kosten fließt, muss der XXL-Kader weiter ausgedünnt werden. Großverdiener wie Florian Neuhaus (29, über vier Millionen Euro Gehalt) dürfen gehen. Auch mit der Weiterbeschäftigung von Cheftrainer Eugen Polanski (40) sparte Gladbach Geld.

Talenteförderung als Hoffnung

Groß verschrieben hat sich Borussia auch der Talententwicklung. Seit Jahren hofft der Verein darauf, dass ein eigener Nachwuchsspieler – größter Hoffnungsträger ist Wael Mohya (17, 17 Millionen Marktwert) – die Dimension des bisherigen Rekordabgangs Granit Xhaka (33) erreicht: 45 Millionen Euro vom FC Arsenal hat der Schweizer WM-Star eingebracht. Das war 2016, also vor genau zehn Jahren. Jetzt soll die Marktwert-Kurve endlich wieder nach oben gehen.

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