Gündogan kritisiert deutsche WM-Experten: „Von draußen draufhauen“
Gündogan kritisiert deutsche WM-Experten scharf

Ilkay Gündogan hat in einer Kolumne für den „Spiegel“ die Arbeit vieler deutscher WM-Experten kritisiert. Der 35-jährige Ex-Nationalspieler, der aktuell bei Galatasaray unter Vertrag steht, moniert, dass einige Experten aus reinem Eigeninteresse extreme Aussagen treffen würden. „Ich verstehe oft nicht, warum manche Experten von draußen draufhauen und mit extremen Meinungen Schlagzeilen machen. Na klar, das verkauft sich besser. Aber es verschweigt dem Publikum doch auch die komplette Wahrheit. Ihr näherzukommen, ist jedoch die eigentliche Aufgabe eines Experten“, so Gündogan.

Prominente WM-Experten unter Beschuss

Bei der aktuellen WM in den USA ist die Liste der TV-Experten so prominent wie nie zuvor: Jürgen Klopp (59), Thomas Müller (36), Mats Hummels (37), Bastian Schweinsteiger (41), Robin Gosens (31), Robert Andrich (31), Per Mertesacker (41) und Christoph Kramer (35) kommentieren die Spiele für verschiedene Sender. Gündogan sieht jedoch Probleme: „Bei dieser Fußball-WM wimmelt es wie nie zuvor von Expertinnen und Experten. Das Problem ist: Manche wollen heute selbst die Stars sein. Für Spieler kann das Folgen haben.“

Harte Kritik belastet Spieler

Der 82-malige Nationalspieler betont, dass harte Kritik Spieler stark belasten könne: „Das zieht Spieler runter, besonders wenn sie sensibel sind. Und glauben Sie mir: Viele von uns Fußballern sind sensibel. Besonders bei einem Turnier, wenn sich alles auf wenige Augenblicke verdichtet.“ Er fügt hinzu: „Ich kenne Profis, die in der Halbzeitpause ihren Namen gegoogelt haben, um zu lesen, was über ihre Leistungen bis dahin geschrieben wurde.“

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Lob für Christoph Kramer

Ohne Namen negativer Beispiele zu nennen, hebt Gündogan einen Experten positiv hervor: Christoph Kramer. Der Weltmeister von 2014 sei ein Vorbild, weil er selbst auf höchstem Niveau gespielt habe und dies gut vermitteln könne. „Deshalb ist Christoph Kramer beim ZDF auch so ein herausragender Experte. Denn er kann das gut vermitteln.“

Laut einer repräsentativen INSA-Umfrage im Auftrag von BILD liegt Kramer bei den TV-Lieblingen auf Platz 4 mit 7 Prozent, hinter Schweinsteiger (17 Prozent), Müller (14 Prozent) und Klopp (13 Prozent). Klopp hatte vor dem WM-Eröffnungsspiel für Diskussionen gesorgt, als er scherzhaft sagte: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch.“

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