Der britische Radprofi Oscar Onley vom Team Netcompany-Ineos wird die Tour de France 2026 verpassen. Grund ist eine Schulterverletzung, die er sich bei einem schweren Sturz während der Tour Auvergne-Rhone-Alpes (ehemals Critérium du Dauphiné) zugezogen hat. Der 23-jährige Schotte war im Vorjahr neben dem Deutschen Florian Lipowitz einer der Entdeckungen der Rundfahrt und musste sich im Kampf um den dritten Platz knapp geschlagen geben.
Sturz mit Glück im Unglück
Laut Berichten von Eurosport und der britischen „Sun“ kam Onley während der sechsten Etappe bei hohem Tempo und abseits der TV-Kameras von der Strecke ab. Bei der Abfahrt eines Gebirgspasses flog er über die Leitplanke und hatte großes Glück: Er blieb in einer Baumkrone hängen und stürzte nicht in die darunter liegende tiefe Schlucht. Obwohl er das Rennen zunächst fortsetzen konnte, musste er tags darauf aufgeben, da er sich die Schulter ausgerenkt und Verletzungen am Bein zugezogen hatte.
„Ich bin am Boden zerstört“, sagte Onley. Sein Team teilte auf Instagram mit, dass er bereits mit der Rehabilitation begonnen habe und ermutigende Fortschritte mache. „Wir wünschen ihm eine vollständige und schnelle Genesung“, hieß es weiter.
Kapitänsrolle neu verteilt
Bei der Tour de France, die am 4. Juli in Barcelona startet und bis zum 26. Juli dauert, sollte Onley sich die Kapitänsrolle mit dem Franzosen Kévin Vauquelin teilen. Vauquelin, der im Vorjahr Siebter der Rundfahrt wurde, übernimmt nun allein die Führung. Onley erklärte, sein Fokus liege nun auf der Genesung: „Ich bin motiviert, das Beste aus meiner Saison zu machen. Ich freue mich darauf, den Jungs in den kommenden Wochen in Frankreich beim Rennen zuzusehen – vor allem, weil ich weiß, wie hart alle gearbeitet haben.“
Weitere Ausfälle bei der Tour
Bereits zuvor hatte der Belgier Wout van Aert seine Teilnahme an der Tour de France absagen müssen. Auch Jonas Vingegaard fehlt im Kampf gegen den Dominator Tadej Pogačar, da ihm sein wichtigster Helfer abhandenkommt. Onleys Ausfall ist ein weiterer Rückschlag für das Teilnehmerfeld der diesjährigen Tour.



