Formdelle bei Grimaldo: Hat Bayer Leverkusen einen strategischen Fehler begangen?
Grimaldos Formdelle: Leverkusens strategischer Fehler?

Formdelle mit Ansage: Leverkusens Grimaldo-Problematik

Die Leistung von Bayer Leverkusen hängt maßgeblich von Alejandro Grimaldo ab. Doch der spanische Schlüsselspieler befindet sich seit Wochen in einer deutlichen Formdelle, die das gesamte Team beeinträchtigt.

Verpasste Chancen gegen den HSV

Im Nachholspiel gegen den Hamburger SV zeigte sich die aktuelle Schwächephase des 30-Jährigen besonders deutlich. In der 77. Minute verlor Grimaldo bei einem vielversprechenden Konter bereits auf Höhe der Mittellinie den Ball. Nur eine Minute später scheiterte er im Strafraum an Torhüter Daniel Heuer Fernandes.

„Es sind Szenen, die in der ersten Saisonhälfte vermutlich anders ausgegangen wären“, analysieren Experten. Der Spanier, der in der Hinrunde noch als prägende Figur galt, wirkt aktuell überspielt und unpräzise.

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Von der Schlüsselfigur zur Belastungsfrage

Grimaldos Karriere bei Leverkusen begann fulminant. Nach seinem Wechsel von Benfica Lissabon im Juli 2023 etablierte er sich sofort als Stammkraft, wurde 2024 Europameister mit Spanien und sammelte in Leverkusens Meisterjahr mehr Scorerpunkte als Florian Wirtz oder Victor Boniface. Seine Ballon d'Or-Nominierung krönte diese Entwicklung.

In seiner dritten Saison übernahm der nur 1,70 Meter große Linksfuß sogar noch mehr Verantwortung:

  • Flexible Einsätze auf linker Außenbahn, Halbfeld und im offensiven Zentrum
  • Mehrfache Übernahme der Kapitänsbinde
  • Verbale Führung auf dem Platz

Doch der Dauerstress forderte seinen Tribut. Bereits vor der Winterpause zeigten sich erste Ermüdungserscheinungen, die sich bis heute fortsetzen.

Das Kader-Dilemma von Trainer Hjulmand

Trainer Kasper Hjulmand steht vor einem kaum lösbaren Problem. Jeanuel Belocian, ursprünglich als Grimaldo-Backup geplant, wechselte im Winter leihweise zum VfL Wolfsburg. Der verletzte Arthur fehlt als flexible Alternative. „Wir können bei diesem Spieler kein Risiko eingehen“, hatte Hjulmand bereits im Dezember betont – doch genau das geschieht aktuell.

Der Däne verteidigt seinen Starspieler: „Er versucht alles, im Training wie im Spiel. Er geht immer wieder an die Grenze.“ Gleichzeitig räumt er ein: „Es ist nicht einfach, alle drei Tage wieder zu pushen.“

Kritische Phase mit Mammutaufgaben

Die kommenden Wochen werden Leverkusens Entscheidungen im Winter auf den Prüfstand stellen:

  1. Gastspiel beim SC Freiburg am Samstag
  2. Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Arsenal
  3. Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern

Ohne eine deutliche Leistungssteigerung Grimaldos droht Leverkusen in allen Wettbewerben zurückzufallen. Die Frage, ob der Abgang Belocians ohne adäquaten Ersatz ein strategischer Fehler war, wird sich bald beantworten müssen.

Die Formdelle ihres Schlüsselspielers zwingt die Leverkusener Verantwortlichen zu kreativen Lösungen. Denn eines ist klar: Ein überspielter Grimaldo kann nicht die Qualitäten abrufen, die das Team für die anstehenden Herausforderungen dringend benötigt.

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