Ägyptens Trainer Hossam Hassan thematisiert trotz FIFA-Verbots Lage in Gaza
Ägyptens Trainer bricht FIFA-Regel: Gaza-Thematik vor WM-Spiel

Hossam Hassan, Trainer der ägyptischen Fußballnationalmannschaft, hat wenige Stunden vor dem WM-Spiel gegen Argentinien erneut die humanitäre Lage im Gazastreifen thematisiert – und damit gegen die strikten Regeln des Fußball-Weltverbandes FIFA verstoßen, die politische oder religiöse Botschaften bei der Weltmeisterschaft verbieten. Der 59-Jährige prangerte vor dem Anpfiff am Dienstag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) angebliche Menschenrechtsverletzungen an und rief zu sofortigem Handeln auf.

„Eine Schande für die ganze Welt“

„Wir fühlen sehr stark mit den Palästinensern. Wir haben eine Situation, in der Hunderttausende Menschen getötet wurden“, sagte Hassan auf der Pressekonferenz. „Man muss mit den Kindern fühlen. Sie werden krank, sie hungern. Wer da nicht mitfühlt, hat keine Gefühle, egal welcher Religion er angehört. Das ist eine Schande für die ganze Welt.“ Der Coach forderte die internationale Gemeinschaft auf, den Palästinensern zu helfen und ihnen ein Leben in Frieden zu ermöglichen.

Bereits nach Achtelfinale mit palästinensischer Flagge aufgefallen

Hassan hatte bereits nach dem Achtelfinale für Aufsehen gesorgt. Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video zeigte ihn, wie er nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Australien im Stadion von Arlington die palästinensische Flagge schwenkte. „Möge Gott unsere palästinensischen Brüder und Schwestern beschützen“, sagte er damals auf einer Pressekonferenz. Die FIFA hatte daraufhin keine offiziellen Sanktionen verhängt, obwohl das Reglement ausdrücklich das Verbreiten politischer und religiöser Botschaften untersagt.

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FIFA-Regeln und frühere Verbote

Die FIFA hatte bereits bei der WM 2022 in Katar klargestellt, dass politische Botschaften wie die „One Love“-Kapitänsbinde nicht erlaubt sind. Damals wurde unter anderem der deutschen Mannschaft das Tragen der Armbinde untersagt. Auch diesmal betont der Verband vor dem Turnier die strikte Einhaltung der Neutralitätsregeln. Hassans wiederholte Äußerungen könnten nun eine offizielle Untersuchung nach sich ziehen.

Hintergrund: Krieg im Gazastreifen

Die Lage im Nahen Osten hatte sich vor fast drei Jahren erneut dramatisch zugespitzt. Am 7. Oktober 2023 überfielen Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen aus dem Gazastreifen Israel, ermordeten mehr als 1.100 Menschen und verschleppten Hunderte als Geiseln. Israel reagierte mit massiven Militärschlägen gegen die Hamas im Gazastreifen. Dabei sollen nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mehrere Zehntausend Menschen getötet worden sein, Gebäude und Infrastruktur wurden weitgehend zerstört. Israels Regierung und Militär weisen Vorwürfe zurück, sich Kriegsverbrechen oder Völkermord schuldig gemacht zu haben.

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