Thomas Helmer kritisiert Einstellung der Nationalelf: „Erschreckend“
Helmer: Einstellung der Nationalelf erschreckend

Ex-Nationalspieler Thomas Helmer hat mit deutlichen Worten das frühe Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko analysiert. Der 61-Jährige, der in seiner Karriere 68 Länderspiele für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) absolvierte, zeigte sich vor allem über die mangelnde Einstellung der Spieler irritiert.

Helmer: „Einstellung und Wille haben gestört“

„Die vermeintlich kleineren und spielerisch schwächeren Mannschaften haben zumindest alles gegeben“, sagte Helmer bei Sport1. „Was mich erschrocken hat, ist nicht, dass wir leistungsmäßig oder in der Breite nicht die besten Spieler haben – sondern mich hat die Einstellung, der Wille, dieses Nicht-Aufgeben, was wir sonst immer hatten, gestört“, betonte der frühere Abwehrspieler. Deutschland sei nicht mehr Weltspitze: „Das müssen wir uns eingestehen.“

Frühes Aus im Sechzehntelfinale

Die deutsche Mannschaft war bei der WM im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen gegen Paraguay ausgeschieden. Damit setzt sich eine Negativserie fort: Bereits bei den Endrunden 2022 in Katar und 2018 in Russland war das Aus nach der Gruppenphase gekommen – 2018 sogar als damaliger Titelverteidiger. Helmer kritisierte, dass das Nationaltrikot seinen besonderen Status verloren habe: „Bei uns habe ich manchmal das Gefühl, es ist nichts Besonderes mehr, Nationalspieler zu sein. Für mich war es das Größte, zum Länderspiel zu fahren, egal ob gegen Luxemburg oder Brasilien, das war völlig wurscht. Da müssen wir wieder hinkommen, dass auch ein Turnier etwas Besonderes ist.“

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Vertrauen in Jürgen Klopp

Helmer setzt große Hoffnungen auf Jürgen Klopp, der als Kandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Julian Nagelsmann gehandelt wird. „Ich glaube, dass er die Jungs einfangen kann und ihnen die richtige Mentalität und die Einstellung einimpft, die wir zuletzt vermisst haben“, so Helmer. „Er hat sicherlich trotzdem nicht die Vielzahl und die Riesenauswahl an Spielern, aber ich glaube, dass er aus fast allen Spielern noch viel rausholen kann.“ Der DFB verhandelt derzeit mit Klopp über eine Verpflichtung.

Analyse der aktuellen Situation

Helmers Kritik reiht sich in eine Debatte über die Krise des deutschen Fußballs ein. Experten und Fans fragen sich, wie es um die Nationalmannschaft bestellt ist, die einst für Kampfgeist und Siegeswillen stand. Der frühere Nationalspieler mahnt eine Rückbesinnung auf traditionelle Tugenden an und fordert eine neue Mentalität. Ob Jürgen Klopp der richtige Mann ist, diesen Wandel herbeizuführen, bleibt abzuwarten – Helmer ist jedenfalls optimistisch.

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