Carl Zeiss Jena reist mit dem Rücken zur Wand zum ersten Auswärtsspiel der Saison nach Babelsberg. Nach der überraschenden 0:1-Auftaktpleite gegen den FSV Zwickau am vergangenen Wochenende lastet auf dem Vizemeister der Regionalliga Nordost enormer Druck. Ein weiterer Rückschlag wäre für die ambitionierten Jenaer, die den Aufstieg in die 3. Liga anstreben, ein herber Dämpfer. Am Freitagabend um 19 Uhr soll am Rande von Berlin der erste Dreier her.
Grotes klare Botschaft: Vertrauen in das Team
Trainer Marco Grote (53) bleibt trotz des holprigen Starts betont gelassen. Er macht keinen Hehl daraus, dass er weiterhin voll und ganz von seiner Mannschaft überzeugt ist. „Ich habe eine Überzeugung in diese Mannschaft, in diesen Kader, in die gesamte Vorbereitung. Die war gut – und das ändert sich auch nicht, weil man ein Spiel verloren hat. Deshalb gehe ich voller Zuversicht in das Spiel in Babelsberg“, erklärte der 53-Jährige. Der Coach will nicht den geringsten Anschein von Zweifeln aufkommen lassen. Gleichzeitig räumt er ein: „Natürlich haben wir uns das alles anders gewünscht. Es geht nun darum, mehr Stabilität und Konstanz bei uns hereinzukriegen.“
Analyse der Niederlage und Blick nach vorn
Die Niederlage gegen Zwickau wurde selbstkritisch aufgearbeitet. Intern habe man genau analysiert, was schief lief und was besser gemacht werden müsste. Doch der Fokus liegt jetzt klar auf der Partie in Babelsberg. „Wir haben die Fehler besprochen, aber jetzt schauen wir nach vorn“, betont Grote. Der Gegner sei eine spielstarke Mannschaft, die auf Ballbesitz setze. „Das ist eine Ballbesitzmannschaft. Das kann uns entgegenkommen, kann uns Räume eröffnen. Aber wir müssen diesen Ballbesitz auch gut verteidigen“, analysiert der Trainer. Man sei gut vorbereitet und habe einen Plan, wie man den Babelsbergern das Spiel schwer machen könne.
Personelle Lage: Fritz wieder fit
Personell sieht es für das Auswärtsspiel gut aus. Bis auf den bereits länger fehlenden Maxim Hessel steht Grote der gesamte Kader zur Verfügung. Auch Moritz Fritz ist nach einer Verletzung wieder fit. Ob es für einen Platz in der Startelf reicht, ließ Grote offen: „Moritz hat gut trainiert, aber wir werden sehen, ob er von Beginn an spielt oder von der Bank kommt.“ Wichtig sei, dass sich im Team ein Grundgerüst herauskristallisiere, um das herum dann eine erfolgreiche Mannschaft wachsen könne. Diese Stabilität soll den Weg für die kommenden Aufgaben ebnen.
Der Druck vor dem Derby gegen Erfurt
Ein erfolgreicher Auftritt in Babelsberg ist nicht nur für das Selbstvertrauen entscheidend, sondern auch mit Blick auf die Folgewoche. Denn direkt im Anschluss wartet der FC Rot-Weiß Erfurt zum Thüringen-Derby im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld. Ein Fehlstart mit null Punkten aus den ersten beiden Spielen wäre im Paradies eine Katastrophe. Die Jenaer Anhänger erwarten eine Reaktion der Mannschaft. Grote ist zuversichtlich, dass sein Team die Kurve kriegt: „Wir haben die Qualität, wir werden uns belohnen.“



