Martijn Kaars (27) lehnte lässig am Geländer und plauderte über den Test-Sieg in Emden. 3:1 hatte der FC St. Pauli beim Viertligisten gewonnen. Kaars spielte die zweite Hälfte, erzielte ein schönes Kopfball-Tor zum Endstand. Zweimal war er wie vergangene Saison oft in der Liga in guter Position am Torwart gescheitert. Einen Freistoß jagte er knapp rechts daneben. Und doch wirkte Kaars komplett entspannt.
Kaars: „Gewinnen und Tore schießen ist immer gut“
„Gewinnen und Tore schießen ist immer gut. Das macht Spaß. Ich habe ein Tor gemacht, aber es hätte auch mehr sein können“, erklärte Kaars nach seinem zweiten Treffer in der Vorbereitung (6:2 in Altona). Und: „Ein neuer Trainer, das ist neue Energie. Wir haben gute Spieler. Wir haben Qualität, um Gutes in der zweiten Bundesliga zu leisten.“ Mit welchem Gefühl geht er die Spielzeit an? „Dass ich fit bin und dass Toreschießen immer Spaß macht.“
Rückblick: Teuerster Einkauf der Vereinsgeschichte
Rückblick: Im August kam Kaars für 4 Mio. Euro aus Magdeburg. Versehen mit dem Label: teuerster Einkauf der Vereinsgeschichte. Die Anspannung dadurch ging im Saison-Verlauf zunehmend in Verspannung über. Heraus kamen drei Bundesliga-Tore und eine Vorlage. Das Problem: St. Pauli kam oft gar nicht in Bereiche, in denen Kaars seine Stärke im Abschluss ausspielen konnte. Dies jetzt auf Ex-Trainer Alexander Blessin (53) zu schieben, wäre falsch. Auch Nachfolger Marcel Rapp (47) beschrieb seine Erfahrung mit Kiel: „Selbst wenn man in der Bundesliga als kleiner Verein Fußball spielen will, kann man es nicht. Weil man den Ball gar nicht hat. Das ist einfach so.“
Angepasste Ausrichtung für die 2. Bundesliga
Manchmal passt die Konstellation auch nicht. „Für die zweite Bundesliga werden wir unsere Ausrichtung erneut ein Stück weit anpassen müssen“, hatte Sportchef Andreas Bornemann (54) nach dem Abstieg und der Rapp-Verpflichtung angekündigt. St. Pauli wird mehr Initiative ergreifen müssen, mehr Ballbesitz (in der Bundesliga waren es im Schnitt 44 Prozent) und mehr Aktionen nach vorn haben. „Offensiv, hoher Druck, ein deutlicher Spielplan“, sagt Kaars über die Trainer-Vorgaben. Das kommt seinem Spiel entgegen (21 Tore und sechs Vorlagen in 36 Zweitliga-Partien).
Freundschaft mit Mathisen als zusätzlicher Faktor
Und noch ein Faktor spricht für ein besseres zweites Jahr. „Wir haben jetzt auch Mathisen dazubekommen. Das ist ein guter Freund von mir“, sagt der Holländer über den Dänen Marcus Mathisen (30), den er aus Magdeburger Zeiten kennt. Kaars blüht gerade auf.



