Derrick Köhn (27) vom 1. FC Union Berlin hat eine bittere Zeit hinter sich. Der Außenverteidiger verpasste nicht nur die WM-Teilnahme mit Ghana, sondern verlor auch seinen Stammplatz bei den Köpenickern. Nach einer starken Phase unter Trainer Steffen Baumgart (54) schien seine Karriere auf dem Höhepunkt. Am 30. März bereitete er in Stuttgart in seinem dritten Länderspiel gegen Deutschland den 1:1-Ausgleich vor – sein erstes Tor im Nationaltrikot. Doch die Freude währte kurz.
Enttäuschung über verpasste WM
Nur Stunden nach dem Länderspiel wurde sein Förderer, Ghana-Trainer Otto Addo (51), entlassen. Sein Nachfolger Carlos Queiroz (73) strich Köhn aus dem WM-Kader. „Als ich erfahren habe, dass ich nicht dabei bin, war es natürlich schon ein Schlag“, sagte Köhn. Er hatte lange auf die Spielberechtigung durch die Fifa warten müssen und sich die Nominierung erhofft. Nun blieb er zu Hause, während Ghana in Katar antrat. Die Enttäuschung sitzt tief: Immerhin hatte er in drei Länderspielen einen Treffer vorbereitet.
Stammplatz verloren unter Marie-Louise Eta
Auch bei Union geriet Köhn ins Hintertreffen. Unter Interimstrainerin Marie-Louise Eta (35) verlor er seinen Platz in der Startelf an Tom Rothe (21). Zweimal stand Köhn gar nicht im Kader, zweimal wurde er nur eingewechselt. Die letzte Partie der vergangenen Saison gegen Augsburg (4:0) verpasste er wegen einer Gelbsperre. Insgesamt kam er in der Rückrunde nur auf acht Einsätze – deutlich weniger als in der Hinrunde. Die Konkurrenz mit Rothe, einem talentierten U21-Nationalspieler, wird die beiden antreiben. In den Testspielen zur neuen Saison agierten sie meist getrennt auf der linken Außenbahn, nur beim 16:0-Kantersieg in Lübben standen sie gemeinsam auf dem Platz.
Neuanfang mit positiver Einstellung
Trotz der Rückschläge blickt Köhn nach vorne. „Ich bin positiver Dinge. Ich freue mich einfach, hier zu sein und mit den Jungs Gas zu geben. Ich versuche, eine gute Saison zu spielen und das Ganze dann zu vergessen“, sagte er. Der 27-Jährige möchte sich wieder für einen Stammplatz empfehlen und die Enttäuschungen abhaken. Union-Coach Eta setzt auf Leistungsprinzip, Köhn hat gute Karten, wenn er im Training überzeugt. Die Fans erwarten von ihm eine Reaktion – schließlich ist er einer der erfahreneren Spieler im Kader.
Ob er sich letztlich gegen Rothe durchsetzen kann, wird die Saison zeigen. Sicher ist: Köhn brennt darauf, auf dem Platz zu stehen und zu zeigen, was in ihm steckt. Die verpasste WM soll ihn nicht länger belasten, sondern als Motivation dienen.



