Joshua Kimmich (31) war der letzte Nationalspieler, der das DFB-Quartier „Graylyn Estate“ in Winston-Salem nach dem WM-Aus gegen Paraguay verließ. Rund anderthalb Tage harrte der Kapitän noch aus, während alle anderen bereits abgereist waren.
Intensiver Austausch mit dem DFB-Staff
Laut einem Bericht des „Spiegel“ tauschte sich Kimmich nach dem Ausscheiden intensiv mit dem DFB-Staff aus. Er fragte immer wieder, ob noch etwas zu erledigen sei, und entschuldigte sich mehrfach für das frühe WM-Aus. Diese Informationen decken sich mit BILD-Recherchen.
Familie als weiterer Grund
Nach BILD-Informationen gab es jedoch einen weiteren Grund für Kimmichs späten Abschied: seine Frau Lina und die vier gemeinsamen Kinder. Die Familie war zum letzten Gruppenspiel gegen Ecuador (1:2) nach New York gereist und saß beim WM-Aus gegen Paraguay (4:5 n.E.) in Boston auf der Tribüne. Anschließend flogen sie im Mannschaftsflieger zurück nach Winston-Salem, wo sie erst um 1.10 Uhr nachts ankamen. Eine überstürzte Abreise kam für Kimmich daher nicht in Frage. Er wollte seine Familie, insbesondere die noch sehr jungen Kinder, nach den anstrengenden WM-Tagen nicht sofort wieder in den nächsten Flieger setzen.
Kapitänsrolle und Vorbildfunktion
Hinzu kam seine Rolle als Kapitän. Kimmich wollte das Team nicht als Erster verlassen. Dieses Verhalten zeigte er bereits nach der Heim-EM 2024, als der damalige Kapitän Ilkay Gündogan als letzter Spieler das Basecamp in Herzogenaurach verließ. Für Kimmich war es das fünfte große Turnier mit der Nationalmannschaft – erneut blieb der große Titel aus.
Urlaub zur Erholung
Nach der Abreise aus dem DFB-Quartier will der Kapitän nun im Urlaub mit seiner Familie auf andere Gedanken kommen. Die Enttäuschung über das frühe Aus sitzt tief, doch die Zeit mit der Familie soll helfen, den Frust zu verarbeiten.



