Toni Kroos hat die jüngste öffentliche Auseinandersetzung zwischen Englands Trainer Thomas Tuchel und Star-Spieler Jude Bellingham nach dem WM-Viertelfinalsieg gegen Norwegen als harmlos eingestuft. Der Weltmeister von 2014 äußerte sich in seinem TikTok-Format „Kroos und Kroos: die WM unter der Lupe“ gemeinsam mit seinem Bruder Felix Kroos zu dem Vorfall.
Kroos: Situation wurde ausgenutzt
„Ich glaube, dass die Situation ausgenutzt worden ist. Ich glaube, dass da gar keine Meinungsverschiedenheiten sind“, sagte der 36-jährige Ex-Profi. Hintergrund war ein öffentliches Scharmützel, nachdem Tuchel sein Team für die Spielweise und technische Fehler beim 2:1-Erfolg in Miami kritisiert hatte. Bellingham reagierte darauf irritiert.
Verständnis für beide Seiten
Kroos zeigte Verständnis für die Reaktion des Mittelfeldspielers: „Ich war in Miami, mehrfach zur Vorbereitung, das ist einer der ekligsten Plätze. Da ist so eine eklige Luftfeuchtigkeit. Wenn du da 120 Minuten gespielt hast, willst du alles hören, außer, dass du scheiße warst, vor allem wenn du weitergekommen bist. Daher kommt es, dass du dann ein bisschen gereizt bist.“
Gleichzeitig verteidigte Kroos den Trainer: „Er hat ja inhaltlich absolut recht. England hat ja kein gutes Spiel gemacht. Wer, wenn nicht der Trainer, darf dann sagen, was nicht funktioniert hat. Vor allem, wenn er vorher zwei Minuten davon gesprochen hat, was für eine geile Mentalität die Mannschaft hat.“
Kein Problem im Team
Der ehemalige Real-Madrid-Star betonte, dass eine solche Situation nur dann problematisch sei, wenn das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nicht intakt sei. „Aber ich habe ein paar Videos in den Wochen davor gesehen, die das Gegenteil zeigen. Ich habe Aussagen von Spielern gehört, die explizit die Ansprache von Tuchel gelobt haben“, erklärte Kroos.
England hatte sich im Viertelfinale gegen Norwegen mit 2:1 durchgesetzt und steht nun im Halbfinale der Weltmeisterschaft. Die Diskussion um die Spielweise und die öffentliche Kritik des Trainers hatte für Schlagzeilen gesorgt, doch Kroos sieht keine nachhaltigen Spannungen im Team.



