Philipp Lahm rät dem deutschen Fußball, sich nach dem WM-Debakel ein Beispiel an den Erfolgsformeln anderer Nationen wie Weltmeister Spanien zu nehmen. Die Iberer hätten einen klaren Plan, wie sie spielen wollen, schrieb der 42-Jährige in einer Kolumne für den „Kicker“ und schlussfolgerte: „Diese Identität braucht auch die deutsche Mannschaft wieder.“
Eigene Qualitäten statt Kopie
Er denke dabei aber nicht an ein genaues Abbild des Titelteams von Coach Luis de la Fuente. „Wir müssen nicht die Spanier und ihren Ballbesitz kopieren, wir haben eigene Qualitäten“, schrieb er und zählte auf: „Defensive Ordnung, robustes Spiel, dann angreifen - das hat uns als Nationalmannschaft immer ausgezeichnet. Dazu sollten wir zurückkehren mit klaren Aufgaben, einer klaren Formation, damit Wiederholungseffekte im Training und im Spiel entstehen.“
Spanien als Vorbild
Die Spanier hätten das vorgemacht. „Jeder weiß, wie er agieren soll, nicht nur in der Nationalelf, sondern in der ganzen Liga. Das ist das Plus“, bemerkte Lahm, der Kapitän des bis dato letzten deutschen Weltmeisterteams 2014. Der frühere Nationalspieler sieht in der spanischen Spielphilosophie ein Erfolgsrezept, das von der Jugend bis zur A-Nationalmannschaft durchgängig umgesetzt wird.
Lahms Appell kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach dem frühen WM-Aus in Katar einen grundlegenden Umbruch einleiten muss. Die Nationalelf war bereits in der Vorrunde gescheitert – ein Tiefpunkt nach dem ebenfalls enttäuschenden Ausscheiden bei der EM 2021. Nun fordert der Weltmeisterkapitän von 2014 eine klare strategische Ausrichtung.



