Dynamo Dresden ist auf der Suche nach Verstärkungen und legt dabei besonderen Wert auf Persönlichkeit und Führungsqualität. Nach dem Karriereende von Stefan Kutschke (37) benötigt der Verein einen Spieler, der mit Leitwolf-Qualitäten in die Fußstapfen des Stürmers treten kann. Trainer Thomas Stamm erklärte am Ende der vergangenen Saison: „Das spielt bei den Transfers eine Rolle, auch wenn du Stefan nicht direkt ersetzen kannst. Es geht darum, dass man vielleicht zwei Leute findet, die das, was er getragen hat, anders auffangen können. Du musst auch Charakterstärke und Persönlichkeit dazuholen. Da gilt es, nicht nur auf Qualität auf dem Platz zu achten.“
Leistner als Kandidat mit Führungsqualität
Einer, der mit seiner Erfahrung, Vita und Ausstrahlung definitiv in dieses Profil passt, ist Toni Leistner (35). Wie BILD erfahren hat, gab es bereits erste Gespräche mit der Abwehr-Kante! Es gibt durchaus Argumente, die für eine Verpflichtung sprechen. Sein auslaufender Vertrag bei Hertha BSC wurde nicht verlängert, sodass Leistner ablösefrei ist. Dass er trotz seines Alters noch nicht zum alten Eisen gehört, beweisen seine 25 Liga-Einsätze für die Berliner in der abgelaufenen Saison. Ein Karriereende ist für ihn daher noch kein Thema.
Verbundenheit mit Dynamo Dresden
Leistner ist gebürtiger Dresdner und begann seine Profi-Karriere 2011 bei Dynamo Dresden. Er weiß, was es bedeutet, mit dem SGD-Logo auf der Brust aufzulaufen. Der 1,90 Meter große Hüne ist mit allen Wassern gewaschen und besitzt echte Führungsqualität, wie seine bisherigen Stationen belegen: über 200 Zweitliga-Spiele für Union Berlin, Hertha BSC und den Hamburger SV, 71 Partien in der englischen Championship für Queens Park Rangers sowie 52 Spiele für den belgischen Erstligisten St. Truiden.
Erfahrung, Physis und Robustheit
Trainer Stamm betont: „Wir brauchen jemanden mit der Fähigkeit und der Gabe, etwas Raum einzunehmen, wenn man es zulässt. Das ist positiv für die Mannschaft.“ Ein Toni Leistner würde diese Fähigkeit mit Sicherheit mitbringen. Sportlich weiß man, was man mit ihm bekommt: keinen Filigrantechniker, aber einen kompromisslosen Abräumer mit Lufthoheit im Abwehrzentrum, dessen Stärken in Physis und Robustheit liegen. Zudem war er so gut wie noch nie verletzt. In der Innenverteidigung besteht durchaus Personalbedarf.
Klar ist jedoch, dass es trotz allem keine Stammplatzgarantie für ihn gäbe. Leistner müsste sich dem Konkurrenzkampf stellen und sich dem Leistungsprinzip unterwerfen – ähnlich wie Kutschke in den letzten beiden Spielzeiten. Für einen Vollprofi wie ihn dürfte das jedoch eine Selbstverständlichkeit sein. Vielleicht beendet er seine Karriere dort, wo alles begann.



