Nach 75 Jahren und elf verlorenen Endspielen hat die irische Grafschaft Mayo endlich die All-Ireland-Meisterschaft im Gaelic Football gewonnen und damit den wohl berühmtesten Fluch der Sportgeschichte gebrochen. Am 26. Juli 2026 setzte sich Mayo im Finale gegen den Vorjahressieger Kerry vor 82.000 Zuschauern im Dubliner Croke Park durch.
Der Ursprung des Fluches
Die Geschichte begann am 23. September 1951, als Mayo zum dritten Mal die All-Ireland-Meisterschaft gewann. Auf der Heimreise sollen die Spieler in Foxford einem traditionellen irischen Trauerzug nicht den nötigen Respekt erwiesen haben. Ein Priester – oder ein Angehöriger des Verstorbenen – verfluchte daraufhin die Mannschaft: Mayo werde keine weitere Meisterschaft gewinnen, solange noch ein Mitglied des Siegerteams von 1951 am Leben sei.
Historiker und irische Medien konnten die Geschichte nie vollständig bestätigen, doch der Mythos hielt sich hartnäckig. Mayo scheiterte in den folgenden Jahrzehnten immer wieder knapp: Elfmal stand die Mannschaft zwischen 1951 und 2026 im Finale – und verlor jedes Mal, teils mit nur einem Punkt Unterschied, nach Wiederholungsspielen oder in letzter Minute.
Der Fluch in der modernen Zeit
Der Fluch gewann zusätzliche Nahrung durch den Tod des letzten noch lebenden Spielers der Siegermannschaft von 1951. Dieser starb 2023; der letzte aktive Spieler war bereits 2021 gestorben. Prominente wie der ehemalige US-Präsident Joe Biden, der kanadische Premierminister Mark Carney und Oasis-Sänger Liam Gallagher gratulierten Mayo nach dem Sieg. Biden, der Irland 2023 besuchte, hatte sich der Legende vom Fluch angeschlossen und twitterte den Schlachtruf „Mayo for Sam“.
„Mayo für Sam“ klingt im Deutschen wie die Freibadbestellung einer Mutter für ihren achtjährigen Sohn. Sam steht für den Sam Maguire Cup, die Trophäe der All-Ireland-Meisterschaft. Der Sieg am 26. Juli 2026 war der erste Finalsieg seit 1951 – und das erste Mal, dass Mayo nach dem Tod des letzten Spielers von damals gewann.
Das dramatische Finale 2026
Im Finale gegen Kerry zeigte Mayo eine starke Leistung. Anders als in vielen vorherigen Endspielen hielt die Mannschaft dem Druck stand und verteidigte den knappen Vorsprung bis zum Schlusspfiff. Die 82.000 Zuschauer in Dublin erlebten ein dramatisches Spiel, das Mayo schließlich für sich entscheiden konnte.
Der Sieg beendet eine der irrsten Niederlagenserien der Sportgeschichte und macht Mayo endlich zum Champion. Die Grafschaft feierte ausgelassen – dieses Mal ohne einen Fluch zu provozieren.



