Merlier dominiert Sprint: Zweiter Etappensieg bei Tour de France
Merlier holt zweiten Sprint-Sieg bei Tour de France

Der belgische Radprofi Tim Merlier hat auch die achte Etappe der Tour de France für sich entschieden. Der 33-Jährige vom Team Soudal Quick-Step setzte sich am Dienstag in Bergerac im Massensprint durch und feierte damit seinen zweiten Etappenerfolg bei der 113. Austragung der Frankreich-Rundfahrt. Der deutsche Sprinter Pascal Ackermann belegte den siebten Platz.

Philipsen weiter ohne Sieg

Star-Sprinter Jasper Philipsen wartet weiterhin auf seinen ersten Etappensieg bei dieser Tour. Der 28-jährige Belgier, der im vergangenen Jahr nach einem schweren Sturz aufgeben musste, wurde nur Vierter. „Ich kann mir keine Vorwürfe machen. Ich kann nicht mehr leisten, als ich kann“, sagte Philipsen nach dem Rennen. „Es ist nicht angenehm, nicht auf dem gewohnten Niveau zu sein.“ Bereits auf der fünften und siebten Etappe war er jeweils Fünfter geworden.

Merlier zeigte sich nach seinem Sieg erleichtert: „Ich war eingebaut und dachte schon, es ist vorbei, aber dann habe ich es einfach versucht.“ Der Belgier hatte sich vor der Tour drei Etappensiege zum Ziel gesetzt – zwei hat er nun bereits eingefahren. „Ich bin sehr happy“, fügte er hinzu.

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Deutsche Fahrer im Mittelfeld

Biniam Girmay aus Eritrea wurde Zweiter, Olav Kooij aus den Niederlanden Dritter. Bester Deutscher war Pascal Ackermann auf Rang sieben, Max Kanter wurde Neunter. „Das Finale war wieder hektisch. Eigentlich haben wir einen guten Job gemacht und uns aus dem größten Gewusel rausgehalten“, analysierte Kanter. „Aber ich war komplett blockiert, musste dreimal meinen Sprint starten und dann war die Ziellinie schon da.“

In der Gesamtwertung bleibt alles beim Alten. Spitzenreiter Tadej Pogacar hat weiterhin 2:42 Minuten Vorsprung auf seinen dänischen Rivalen Jonas Vingegaard und 3:27 Minuten auf Teamkollege Isaac del Toro aus Mexiko. Der deutsche Tour-Dritte Florian Lipowitz belegt den siebten Rang, vier Minuten hinter Pogacar.

Erinnerungen an Marcel Kittel

Die Etappe in Bergerac weckt bei deutschen Radsportfans gute Erinnerungen: 2017 gewann der frühere Top-Sprinter Marcel Kittel eine ähnliche Etappe in der Stadt. „Wir alle wissen, was er in seiner Karriere erreicht hat. Und wenn wir die Liste der deutschen Sieger bei der Tour de France verlängern können, wäre das schön“, sagte Max Kanter vor dem Start.

Kanter zeigte sich bislang in starker Form, mit einem zweiten und einem vierten Platz bei den vorangegangenen Etappen. Der Cottbuser, der seit 2024 für das Team des früheren Ex-Profis Alexander Winokurow fährt, mischte auch im Zwischensprint mit und hatte eine kurze Berührung mit dem punktbesten Fahrer Mads Pedersen. Pedersen regte sich über Kanters Positionierung auf, Kanter kam als Fünfter vor dem Sechsten Pedersen ins Ziel.

Hitze und Ausreißer

Erneut bestimmte drückende Hitze die Etappe. Drei Ausreißer trotzten den Bedingungen und legten früh los. Die Flucht wurde nicht so schnell gestoppt wie erwartet. Der Belgier Liam Slock forderte die Sprinter-Riege heraus, als er bei noch zehn Kilometern etwas mehr als eine Minute Vorsprung hatte. Doch der mutige Versuch wurde wenige Kilometer vor dem Ziel beendet. „Fünf Kilometer vor dem Ende habe ich gemerkt, dass sie näher kommen und mir langsam die Kräfte ausgehen“, sagte Slock in der ARD – konnte dabei aber schon wieder lachen.

Ausblick auf die neunte Etappe

Die neunte Etappe am Mittwoch, der letzte Tag vor dem Ruhetag, führt über 185,5 Kilometer von Malemort nach Ussel im Zentralmassiv. Mit knapp 3.300 Höhenmetern dürften sich die Klassikerspezialisten Hoffnungen auf den Tageserfolg machen, darunter Ex-Weltmeister Mathieu van der Poel aus den Niederlanden.

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