Schlechte Nachrichten für einige Nationalspieler: Bundestrainer Julian Nagelsmann hat seine Wunsch-Elf für die anstehende Weltmeisterschaft in Nordamerika offenbar bereits gefunden. Nach den beiden Testspielen gegen Finnland und die USA zeichnet sich eine klare Hierarchie ab. Vor allem Leon Goretzka, David Raum und Nick Woltemade müssen um ihre Chancen auf einen Stammplatz bangen.
Goretzka nur kurz eingewechselt
Besonders bitter ist die Entwicklung für Leon Goretzka. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern galt lange als gesetzt für die WM, nicht zuletzt als Wiedergutmachung für seine Nichtberücksichtigung bei der Heim-EM 2024. Doch in den beiden Testspielen kam er nur zu einem Kurzeinsatz: Gegen die USA wurde er in der 80. Minute für Felix Nmecha eingewechselt. Gegen Finnland war er sogar komplett ohne Einsatz geblieben. Nagelsmann hatte zuvor betont, Goretzka müsse nicht um die WM-Teilnahme zittern, doch eine Stammplatzgarantie hatte er ihm nie gegeben.
Raum hinter Brown zurückgefallen
Ähnlich ergeht es David Raum. Der Linksverteidiger von RB Leipzig stand in keinem der beiden Tests in der Startelf. Gegen Finnland blieb er wie Goretzka auf der Bank, gegen die USA wurde er erst in der Schlussphase eingewechselt. Stattdessen vertraute Nagelsmann dem Frankfurter Nathaniel Brown, der beide Male von Beginn an spielte und mit Tempo und Offensivdrang überzeugte. Es wäre eine Überraschung, wenn Brown nicht auch zum WM-Auftakt gegen Curaçao in der Anfangsformation stünde.
Woltemade und Rüdiger außen vor
Nick Woltemade, in der Qualifikation noch der erfolgreichste Torschütze der Deutschen, bekam ebenfalls wenig Spielzeit. Gegen Finnland wurde er eingewechselt, gegen die USA fehlte er komplett im Kader. Deniz Undav, obwohl angeschlagen, erhielt den Vorzug als erste Option im Sturm. Antonio Rüdiger, lange eine feste Größe in der Abwehr, spielte in beiden Tests keine Minute – ebenso wie Manuel Neuer, dessen Situation jedoch gesondert betrachtet wird.
Nagelsmann setzt auf eingespielte Elf
Bundestrainer Julian Nagelsmann machte deutlich, dass er die Testspiele genutzt hat, um seine Stammformation einzuspielen. „Du hast eine gewisse Idee im Kopf, die man auch in den beiden Spielen gesehen hat“, sagte er. „Ich werde nicht noch acht Spieler wechseln Richtung Curaçao.“ Damit scheint die Startelf für das erste WM-Spiel weitgehend festzustehen.
Hoffnung für Bankdrücker
Trotz der klaren Signale gibt es Hoffnung für die Zurückgesetzten. Selten geht eine Mannschaft so aus einem Turnier heraus, wie sie hineingegangen ist. David Raum machte bei der EM 2024 vor, wie schnell sich die Situation ändern kann: Damals begann er als Ersatz für Maximilian Mittelstädt, kam im dritten Gruppenspiel von der Bank, bereitete ein Tor vor und war fortan gesetzt. Auch Verletzungen können die Pläne durchkreuzen, wie der Ausfall von Lennart Karl zeigte, der Leroy Sané in die Startelf spülte. Sané nutzte die Chance und erzielte den Siegtreffer gegen die USA. „Das ist am Ende mit das Wichtigste, was ein Offensivspieler machen kann“, lobte Nagelsmann.



