Neue Vorwürfe nach Kreditkartenbetrug: Olympiasiegerin Braisaz-Bouchet attackiert französischen Verband
Der Fall um den Kreditkartenbetrug von Julian Simon (29) an seiner Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet (29) schien bereits abgeschlossen. Doch nun legt die Olympiasiegerin im Biathlon nach und erhebt in einem Interview mit „L’Équipe“ schwere Vorwürfe gegen den französischen Verband.
„Ich war drei Jahre lang ruhig, habe nichts gesagt. Ich habe mir immer wieder eingeredet, dass die Wahrheit rauskommen würde. Aber als die Justiz ihr Urteil gesprochen hat, habe ich realisiert, dass es nichts geändert hat“, so Braisaz-Bouchet. Die beiden französischen Biathletinnen lieferten sich über zwei Jahre eine juristische Auseinandersetzung. Am Ende wurde Simon wegen Kreditkarten-Betrugs an ihrer Teamkollegin schuldig gesprochen.
Der Verband zog Simon daraufhin jedoch nur für wenige Wochen aus dem Weltcup. Für die Geschädigte ist das ein Unding: „Normalerweise gibt es keine Handlungen ohne Konsequenzen. Man kann sich nicht rücksichtslos verhalten. Für mich ist das unmöglich. Das ist das Gefühl, das ich hatte.“
Weiter erklärt sie: „Es ist wie ein kleines Unternehmen. Wir verbringen viel Zeit miteinander, wir teilen extreme Emotionen. Und ich habe mich absolut nicht wertgeschätzt gefühlt. Wir fokussieren uns immer auf die Beschuldigten, reden aber nie über die Opfer. Die Gesellschaft sollte anders funktionieren.“
Das Verhältnis von Braisaz-Bouchet zu ihrem Verband ist zerrüttet. Daher wird die Französin auch in der Vorbereitung auf die Saison 2026/27 wieder alleine trainieren. Trotz der Schwierigkeiten ist ein Karriereende noch kein Thema: „Das stand nie zur Debatte, denn dafür liebe ich es zu sehr.“
Braisaz-Bouchet gehörte in der vergangenen Biathlonsaison zu den dienstältesten Profis im Feld. Über 300 Weltcup-Starts hat sie bereits absolviert. Bei der Weltmeisterschaft 2024 in Nové Město gewann sie Einzel-Gold im Massenstart.



