Nicolas Otamendi, der argentinische Routinier und Weltmeister von 2022, sorgte nach der 0:1-Niederlage im WM-Finale gegen Spanien mit scharfen Vorwürfen gegen Spaniens Kapitän Rodri für Aufsehen. Der 38-Jährige, bekannt für seine robuste Spielweise, stellte sich nach dem Schlusspfiff vor Rodri auf, der ihm lediglich die Hand reichen wollte. Statt den Handschlag zu erwidern, attackierte Otamendi den Mittelfeldstar verbal.
Otamendis Vorwürfe: „Du hast die ganze Woche geheult“
„Die ganze Woche hast du geheult. Du und (Aymeric) Laporte, ihr beide“, giftete Otamendi laut Augenzeugen. „So etwas macht man nicht, du hast bei den Schiedsrichtern gejammert, mein Freund.“ Rodri, der zum besten Spieler des Turniers gekürt wurde, reagierte mit weit aufgerissenen Augen auf die unerwartete Attacke auf dem Rasen des Finalstadions von East Rutherford. Die Szene eskalierte kurzzeitig, bevor Teamkollegen die beiden trennten.
Hintergrund: Spanische Kritik vor dem Finale
Bereits vor dem Finale hatten spanische Spieler Zweifel an der Fairness der Argentinier geäußert. Rodri sagte in der Pressekonferenz vor der Partie, er gehe davon aus, dass Argentinien fair spielen würde, aber wenn es hitzig werde, müssten sie das ignorieren. Aymeric Laporte, ebenfalls ein ehemaliger Teamkollege Otamendis bei Manchester City, ergänzte: „In den letzten Spielen haben wir Dinge gesehen, die uns wirklich überrascht haben. Vor allem bei Argentinien, einer Mannschaft, die mit ihren Zweikämpfen viele kleine Botschaften sendet.“
Otamendi als schlechter Verlierer
Otamendi, der nach diesem Spiel seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärte, konnte mit seinem Verhalten die Vorwürfe der Spanier nicht entkräften. Stattdessen bestätigte er das Bild eines Spielers, der mit Niederlagen schwer umgehen kann. Die Aktion löste in den sozialen Medien gemischte Reaktionen aus, von Kritik an Otamendi bis hin zu Verständnis für seine Emotionen nach einem verlorenen Finale.
Auswirkungen auf das Verhältnis beider Teams
Der Zwischenfall könnte das Verhältnis zwischen den beiden Fußballnationen weiter belasten. Bereits in der Vergangenheit gab es hitzige Duelle zwischen Argentinien und Spanien, die oft von intensiven Zweikämpfen und Provokationen geprägt waren. Ob die spanische Mannschaft oder der Weltverband FIFA offiziell auf Otamendis Aussagen reagieren werden, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der 38-Jährige hinterlässt mit diesem Abgang einen schalen Beigeschmack.



