Preußen-Präsident Pander bleibt trotz Absturz optimistisch: „Die Lichter sind noch lange nicht aus!“
Es ist weit mehr als nur eine Durchhalteparole – es ist seine tiefe Überzeugung. Christian Pander, der 42-jährige Präsident des Zweitligisten Preußen Münster, lässt trotz der dramatischen sportlichen Krise nicht den Mut sinken. Mit nur einem Sieg aus den vergangenen 13 Begegnungen und dem erstmaligen Rutschen auf den letzten Tabellenplatz sieben Spieltage vor Saisonende ist die Situation für den Traditionsverein äußerst angespannt.
Pander appelliert an Positivität und Zusammenhalt
„Hier sind noch lange nicht die Lichter aus!“, betont Pander mit Nachdruck. Natürlich macht auch ihm die anhaltende Ergebniskrise seiner „Adlerträger“ zu schaffen, doch die allgemeine Stimmung rund um den Verein empfindet er als viel zu negativ. Sein dringender Appell lautet: „Wir sollten unbedingt positiv bleiben – weil es dafür gute Gründe gibt.“
Dass das zweite Jahr nach dem Sensationsaufstieg mindestens genauso herausfordernd werden würde wie das erste, überrascht den früheren Nationalspieler nicht. „Damit musste jeder bei uns rechnen, zumal wir auch etatmäßig nach wie vor der kleinste Fisch im Zweitliga-Teich sind“, erklärt Pander. Zusätzlich belastet die aktuelle Stadion-Großbaustelle, die bis zu ihrer Fertigstellung im Jahr 2027 weitere wertvolle Ressourcen bindet.
Neuer Trainer und fast kompletter Kader als Hoffnungsträger
Die bittere 0:6-Niederlage bei Dynamo Dresden markierte den sportlichen Tiefpunkt der laufenden Saison. Doch mit der Verpflichtung von Neu-Trainer Alois Schwartz (59) glaubt Pander fest an eine Wende. Der erfahrene Trainer soll vor allem die löchrige Defensive stabilisieren, die im Schnitt 1,7 Gegentore pro Spiel kassiert.
Ein entscheidender Vorteil: Schwartz kann auf einen nahezu vollständigen Kader zurückgreifen. Während sein Vorgänger Alexander Ende zwischenzeitlich mit zwölf Ausfällen zu kämpfen hatte, sind mittlerweile fast alle Spieler wieder fit – darunter auch vermeintliche Leistungsträger wie Joshua Mees (29) und Oscar Vilhelmsson (22).
Historisches Beispiel gibt Zuversicht
Pander zieht einen ermutigenden Vergleich zur Vorsaison heran. Damals bildete er gemeinsam mit Kieran Schulze-Marmeling (36), Sören Weinfurtner (47) und Jannis Hohenhövel (34) das sogenannte Retter-Quartett. „Drei Spieltage vor Schluss hatten wir fünf Punkte Rückstand – eigentlich aussichtslos. Am Ende aber haben wir es geschafft und mit Braunschweig, Ulm und Regensburg drei Konkurrenten hinter uns gelassen“, erinnert sich der Präsident.
Aktuell fehlen Preußen Münster nur zwei Punkte, um wieder über der Abstiegslinie zu stehen – bei sieben ausstehenden Spielen. „Wir haben es selbst in der Hand. Da ist noch alles möglich“, so Pander.
Realistische Einschätzung der finanziellen Lage
Der Präsident räumt jedoch auch ein, dass die Winterverpflichtungen Imad Rondic (26), Shin Yamada (25) und Tobias Raschl (24) bisher nicht den erhofften zusätzlichen Impuls gebracht haben, obwohl sie sich im Training voll engagieren.
„Man muss die Dinge realistisch einordnen. Bei den meisten unserer Liga-Konkurrenten gibt es deutlich mehr zu verdienen. Deshalb ist es kein Geheimnis, dass viele der von uns kontaktierten Profis lieber bei ihrem Klub auf der Tribüne sitzen bleiben, weil es finanziell lukrativer ist, als in Münster zu spielen“, erklärt Pander. „Bis diese Schere irgendwann nicht mehr derart auseinanderklafft, müssen wir mindestens noch zwei, drei weitere Jahre im Fußball-Unterhaus bleiben.“
Gemeinsamer Kraftakt für den Klassenerhalt
Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es nach Panders Überzeugung jeden Einzelnen in Münster, der ein schwarz-weiß-grünes Herz hat. „Mannschaft, Trainerstab, Funktionäre und vor allem unsere tollen Fans – wenn wir alle im Liga-Endspurt ganz eng zusammenstehen, werden wir es packen!“, betont er.
Mit einem Auswärtserfolg bei der Schwartz-Premiere am Ostersonntag in Kiel soll die sportliche Wende eingeläutet werden. Der Präsident bleibt trotz aller Widrigkeiten zuversichtlich: „Ich bin nach wie vor sicher, dass unsere Truppe die nötige Qualität besitzt, um wenigstens als 15. über die Ziellinie zu kommen.“



