Ex-Nationalspieler Nils Petersen tobt wegen DFB-Skandal um Regionalliga-Reform
Petersen tobt wegen DFB-Skandal um Regionalliga-Reform

Der ehemalige Bundesliga-Stürmer Nils Petersen (37) hat scharfe Kritik an den Regionalverbänden des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geübt. Der 37-Jährige, der als Freiburg-Legende gilt und auch für Bayern München und Werder Bremen spielte, wirft den Verbandsbossen vor, mit einer geheimen Sitzung das Kompassmodell für die Regionalliga-Reform so manipuliert zu haben, dass eine Mehrheitsfindung bei den Klub-Abstimmungen am Montag deutlich erschwert wird.

Geheimer Beschluss gefährdet Aufstiegsrechte

Am 2. Juni hatten die Verbandsbosse beschlossen, die Startplätze von 80 auf 72 Teams zu reduzieren und nur jeweils 18 statt 20 Teams in den neuen vier Staffeln antreten zu lassen – obwohl das im ursprünglichen DFB-Konzept nie vorgesehen war. Faktisch bedeutete der Beschluss den unverschuldeten Abstieg von acht Vereinen am grünen Tisch, wenn das sonst hervorragende Kompassmodell so eingeführt würde. Zudem wurde die Änderung den Klubs erst sechs Tage vor den Abstimmungen bekanntgegeben.

Petersen platzt der Kragen: „Seit 15 Monaten kämpfen die Vereine mit fairen Mitteln dafür, dass eine Selbstverständlichkeit umgesetzt wird und alle Meister aufsteigen. Dass der Kompromiss mit vier 20er-Staffeln im Kompassmodell jetzt von den Verbänden gefährdet wird, halte ich für kaum vermittelbar. Ich hoffe, dass jetzt alle darauf einwirken, dieses Mal zu einer sauberen Lösung zu kommen.“

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Vereine müssen zusammenhalten

Der Ex-Bayern-Stürmer übernimmt damit Verantwortung für den deutschen Fußball. Dass sich immer wieder Persönlichkeiten direkt in den Prozess einschalten, zeigt, welche Bedeutung diese Frage für den gesamten Sport hat. Petersen gibt einen klaren Hinweis: „Es ist wichtig, dass die Klubs gerade jetzt alle zusammenhalten.“ Damit meint die Freiburg-Legende tatsächlich alle – also auch den Südwesten. Dort wird es – egal mit welcher Staffelstärke – ohnehin am schwierigsten, eine Mehrheit fürs Kompassmodell zu generieren. Aber Petersen nimmt auch diese Vereine bewusst mit in die Pflicht.

Hintergrund: Verbände verfolgten eigene Strategie

Es ist nicht das erste Mal, dass die Klubs sich in dieser Sache gegen den Widerstand der Verbände wehren müssen. Als es vor einem Jahr um die Gründung einer DFB-Arbeitsgruppe ging, drängten zum Beispiel die Westklubs ihren Verbandspräsidenten Peter Frymuth (69) mit einem Abstimmungsergebnis von 18:0 dazu. Am letzten Sitzungstag der DFB-Arbeitsgruppe am 25. März 2026 verfolgten die Verbände gemeinsam eine Strategie. So sollte dort unbedingt das Regionenmodell durchgepaukt werden. Da die Aufspaltung der Nordost-Staffel die einzige rote Linie für den Osten gewesen war, wollte man so dafür sorgen, dass die Ostklubs später freiwillig verzichten und ihrem Meister mit dieser Taktik so auf Jahrzehnte das direkte Aufstiegsrecht verwehren.

Vereine gewannen schon mehrere Schlachten

Nur mit der gemeinsamen Kraft der Vereinsvertreter Florian Egbers (Meppen/für den Norden), Sebastian Dremmler (Bayern München/Bayern), Dirk Dreher (Bayer Leverkusen/Westen) und Tommy Haeder (Chemnitzer FC/Osten) wurde das Kompassmodell im letzten Moment durchgeboxt. Ohne die geballte Wucht der Basis wäre längst Endstation für die Reform gewesen. Die „Aufstiegsreform“ ist mit knapp 80 Vereinen die größte Solidargemeinschaft der deutschen Fußball-Geschichte.

Am nächsten Montag kommt es zum ultimativen Showdown. Setzen die Vereine sich ein letztes Mal gegen die konstruierten Systeme der Verbände durch? Petersen hofft es.

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