Preußen Münster hat sein zweites Vorbereitungsspiel gegen den Nord-Regionalligisten Kickers Emden mit 5:1 gewonnen. Das Spiel im Sportzentrum Helker Berg in Billerbeck war als XXL-Test mit viermal 30 Minuten angesetzt, was bei knapp 30 Grad für beide Teams eine schweißtreibende Angelegenheit war.
Schleppender Start, starke zweite Hälfte
Vor 1200 Zuschauern fanden die Preußen zunächst nur schwer ins Spiel. Die Kickers, die mit den Ex-Münsteranern Marvin Benjamins und Ibrahim Touray anreisten, pressten hoch und machten die Räume eng. Folgerichtig erzielte Luc Ihorst in der 29. Minute die Führung für Emden, nachdem Keeper Paul Erwens einen Abwehrfehler unterlief. „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Test. Meine Jungs sind ordentlich gefordert worden, jeder von ihnen hat etwa eine volle Stunde spielen können. Das war letztlich ja auch Sinn der Sache“, sagte Chefcoach Thomas Wörle nach dem Abpfiff.
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Preußen dominanter. Joshua Mees erzielte in der 51. Minute nach Vorarbeit von Marvin Schulz junior den Ausgleich. In der zweiten Hälfte wechselte Wörle die komplette Mannschaft aus. Torge Paetow brachte die Preußen in der 66. Minute mit 2:1 in Führung, nachdem Neuzugang Mika Stuhlmacher mustergültig aufgelegt hatte.
Nachwuchstalente überzeugen
In der Folge schraubten Mikail Demirhan (84.), Schulz (87.) und Michel Scharlau (114.) das Ergebnis auf 5:1 hoch. Besonders auffällig waren die Nachwuchstalente Niklas Varelmann (linke Außenbahn), Leon Tasov (rechte Außenbahn) und Marvin Schulz junior im Angriff. „Die Jungs machen's wirklich sehr ordentlich. Wir haben sie ja auch aus guten Gründen in unserem Kader“, lobte Wörle.
Der Trainer zog eine positive Bilanz: „Wir haben wieder gewonnen – das tut der Mannschaft natürlich gut. Sie konnte sich zunehmend steigern, muss aber trotzdem noch einiges verbessern. So hat mir nicht gefallen, dass sie gerade zu Beginn des dritten Viertels zu viele Chancen zugelassen hat. Aber wir sind schließlich erst am Ende der zweiten Vorbereitungswoche. Da bleibt genügend Zeit, um weiter an diesen Dingen zu arbeiten.“
Personelle Situation
Verletzungsbedingt fehlten Simon Scherder und Malik Batmaz (beide nach Kreuzbandrissen) sowie Luca Bolay und Marvin Schulz senior (jeweils Innenbandriss). Stammtorhüter Johannes „Jojo“ Schenk war zwar fit, saß aber erneut nur auf der Tribüne – ein klares Indiz für einen bevorstehenden Abschied. Union Berlin, Hertha, Hannover und St. Pauli gelten weiterhin als Interessenten.
Die Aufstellung im ersten und zweiten Viertel: Erwens – Tikvic, Koulis, Zeller – Kolbe, Preißinger, Adeh, Varelmann – Mees, Vilhelmsson (ab 30. Schulz), Ndikom. Im dritten und vierten Viertel: Behrens – Paetow, Scharlau, Dietrich – Tasov, Sertdemir, Johansson, Makridis – Stuhlmacher, Schulz (91. Korte), Demirhan.
Neue Osttribüne und Partnerschaft
Die neue Osttribüne des LVM-Preußenstadions steht kurz vor der Fertigstellung und soll künftig mit fast 9.000 Stehplätzen das atmosphärische Herzstück sein. Zur Saisoneröffnung am 1. August werden die Fans erstmals darauf dürfen, wo der Name der Vereinslegende „Fiffi-Gerritzen“ großflächig auf die Stufen aufgebracht ist. Bereits 2013 wurde die Bezeichnung „Fiffi-Gerritzen-Kurve“ in Absprache mit der Familie Gerritzen von der Fanszene etabliert.
Die BODE Unternehmensgruppe, die den Aufstieg der Preußen von der 4. bis in die 2. Bundesliga begleitete, hat ihren Vertrag als „Adlerpartner“ vorzeitig bis 2030 verlängert. Die BODE-Loge ist längst ein zentraler Anlaufpunkt im Stadion.
Der Insider-Podcast „Preußen Privat“ hat eine neue Folge mit Neuzugang Lucas Zeller veröffentlicht. Der Verteidiger gibt Einblicke in sein Privatleben und spricht über die neue Drittliga-Saison. Der Podcast ist kostenlos auf www.preussenprivat.de und bei Spotify verfügbar.



