Preußen und Fortuna: Zwei Wege zurück aus der 3. Liga
Preußen und Fortuna: Zwei Wege zurück in die 2. Liga

Preußen Münster und Fortuna Düsseldorf stiegen in der vergangenen Saison gemeinsam aus der 2. Bundesliga ab. Doch für die erhoffte Rückkehr ins Fußball-Unterhaus verfolgen die beiden Vereine nun völlig unterschiedliche Kurse. Während die Fortuna mit einem teuren Kaderumbau auf den sofortigen Wiederaufstieg setzt, plant Preußen einen nachhaltigen Neuaufbau. Beide Klubs stehen vor einer richtungsweisenden Saison.

Der Absturz: Fortunas Debakel gegen Preußens erwarteten Fall

Der Düsseldorfer Absturz in die 3. Liga war das größere Debakel. Angetreten, um endlich wieder in die Bundesliga aufzusteigen, versagten die Rheinländer auf ganzer Linie. Sie nahmen den Kampf um den Klassenerhalt nie richtig an. Mit Daniel Thioune, Markus Anfang und Alexander Ende verschlissen sie gleich drei Trainer – und waren dennoch bis zuletzt überzeugt, sich noch locker retten zu können. Preußen Münster dagegen gehörte im zweiten Jahr der Zweitklassigkeit von Beginn an zu den Abstiegskandidaten. Die Mannschaft spielte eine brauchbare Hinrunde (20 Punkte), brach aber nach der Winterpause brutal ein. Gründe: Die Gegner hatten das laufintensive Rautensystem entschlüsselt, die Ende-Entlassung (inzwischen Fortuna!) kam zu spät, und es fehlte die nötige Qualität.

Fortuna: Angriff auf den Aufstieg mit 15 Neuzugängen

Für den sofortigen Wiederaufstieg hat Manager Samir Arabi (47) gleich 15 Neuzugänge verpflichtet. Überwiegend Spieler mit Erfahrung, die schon höherklassig unterwegs waren. Allen voran Philipp Förster (31, 83 Bundesliga-Einsätze für Stuttgart und Bochum), den Arabi als „Unterschiedsspieler“ bezeichnet. Dazu Dominique Heintz (31, ablösefrei aus Köln), Fabian Schleusener (34, ablösefrei vom KSC), Jorrit Hendrix (ablösefrei aus Münster) und Leih-Keeper Lasse Rieß (25) von Mainz 05. Dieser Kader weckt hohe Erwartungen, erhöht aber auch den Druck massiv. Düsseldorf ist automatisch zum Topfavoriten der Liga geworden. Dass Trainer Alexander Ende mit Hendrix, Yassine Bouchama (29) und Marcel Benger (28) drei Spieler von seinem Ex-Klub Preußen (nach 259 Arbeitstagen entlassen) mitgebracht hat, ist ein gefährliches Spiel. Geht die Rechnung auf, ist alles perfekt. Wenn nicht, könnte es für Ende schnell wieder eng werden.

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Preußen: Nachhaltiger Aufbau statt Hauruck

Die „Schwarz-Weiß-Grünen“ haben ebenfalls einen Kaderumbruch eingeleitet, aber mit neun Verpflichtungen deutlich weniger zugeschlagen. Von den Neuen haben mit Ryan Johansson (25, Wehen Wiesbaden), Lucas Zeller (26, Schweinfurt 05) und Felix Higl (29, Fürth) nur drei bereits 3. Liga oder höher gespielt. Der Rest sind vielversprechende Talente. Ob das reicht, um ganz oben anzugreifen, darf bezweifelt werden. Preußen verfügt nicht über die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Fortuna. Kritiker wünschen sich mehr Erfahrung im Kader, zumal die aktuellen „Leitwölfe“ wie Niko Koulis (27), Rico Preißinger (30), Marvin Schulz senior (31) und Joshua Mees (30) in der Vorsaison oft nur zweite Wahl oder verletzt waren. Sport-Geschäftsführer Ole Kittner (38) betont, es gehe in erster Linie darum, eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufzubauen, sich in der 3. Liga zu stabilisieren und nachhaltig zu entwickeln. Mittelfristig, mit Fertigstellung des Stadionumbaus an der Hammer Straße, will man wieder dauerhaft in der 2. Liga mitspielen. Schritt für Schritt – kein Hauruck wie bei der Fortuna.

Zwei Wege, ein Ziel: Wer hat die bessere Strategie?

Zwei Wege, ein Ziel: Aufstiegsdruck gegen nachhaltigen Aufbau. Es wird spannend zu verfolgen, welche Marschroute letztlich die richtige ist und schneller zum Erfolg führt. Die Saison startet in Kürze – die ersten Vergleiche zwischen den beiden Absteigern werden nicht lange auf sich warten lassen.

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