Preußen Münster hat mit Ryan Johansson einen außergewöhnlichen Neuzugang verpflichtet. Der 25-jährige Mittelfeldspieler, der vom SV Wehen Wiesbaden an die Hammer Straße wechselt, spricht sechs Sprachen fließend und bringt eine beeindruckende internationale Erfahrung mit.
Vielsprachiger Mittelfeldspieler mit internationalem Hintergrund
Johansson ist gebürtiger Luxemburger, sein Vater ist Schwede, seine Mutter Irin. Somit besitzt er drei Nationalitäten. In seiner Juniorenzeit spielte er für alle drei Länder – von der U16 bis zur U21. Zuletzt lief er im September 2021 für Irland auf, ausgerechnet gegen Luxemburg (1:1). „Danach hat die FIFA festgelegt, dass ich den Verband nicht mehr wechseln darf“, erklärt Johansson. Somit wäre er nur noch für die irische A-Nationalmannschaft spielberechtigt.
Seine mehrsprachige Herkunft half ihm, sechs Sprachen zu lernen: Französisch aus Luxemburg, Schwedisch und Englisch von seinen Eltern, die in Spanien leben, sowie Spanisch durch seine Zeit bei Sevilla B. Hinzu kommen Niederländisch und Deutsch, das er fast akzentfrei spricht. „Trotzdem glaube ich, dass mein Englisch am besten ist“, sagt er. „Ich hatte schon immer eine schnelle Auffassungsgabe, war früher auch ein guter Schüler.“
Sechste Profi-Station: Wechsel zu Preußen Münster
Für Johansson ist Münster die sechste Profi-Station nach Sevilla B, Fortuna Sittard, Bayern II, Freiburg II und Wehen Wiesbaden. Sein Vertrag in Wiesbaden war im Sommer ausgelaufen. „Obwohl ich mich sehr wohlgefühlt habe, kam bei mir das Bedürfnis auf, etwas Neues kennenzulernen. Das Interesse aus Münster fiel genau passend in diese Phase“, erklärt er. Seine Eltern unterstützten ihn stets; sein Vater riet ihm: „Luxemburg ist für diesen Traum etwas zu klein. Wenn Du wirklich etwas erreichen willst, musst Du Dein Glück in den Nachbarländern suchen.“
Der 1,86 Meter große Mittelfeldspieler ist offensiv flexibel einsetzbar – zentral, hinter der Spitze oder über die Flügel. Sein Marktwert wird auf 350.000 Euro geschätzt. „Ich habe einfach Bock auf Veränderung, fühle mich überall zu Hause“, sagt er.
Erster Eindruck von Münster und den Preußen
Sein erster Eindruck vom Team ist positiv: „Eine interessante Truppe mit offenen Typen, einer guten Mischung sowie einer prima Spielidee. Die ersten zweieinhalb Wochen der Vorbereitung haben mir echt Spaß gemacht.“ Auch die Stadt gefällt ihm: „Ich habe schon viel gesehen, aber Münster ist genau meins. Großartige Gebäude und ein junges Publikum durch die Uni. Dazu nette Restaurants und Cafés, und jede Menge Fahrräder. Wir finden's richtig klasse.“ Mit „wir“ meint er seine Freundin, die mit ihm gezogen ist und ebenfalls aus Luxemburg stammt. Sie vergleichen Münster mit Kopenhagen: „Ähnlich viele junge Menschen, ähnlich gepflegt – nur nicht ganz so groß. Aber passend für uns.“
Bereits im April 2024 war Johansson mit Freiburg II in Münster zu Gast und verlor 0:2. „Die lautstarken Fans sind mir lebhaft in Erinnerung geblieben. Ich freue mich riesig darauf, bald regelmäßig vor ihnen zu spielen.“
Auftaktspiel in Wiesbaden – besondere Rückkehr
Zum Liga-Auftakt am 8. August geht es für Johansson direkt zurück nach Wiesbaden zu seinen alten Teamkollegen. „Kaum war der Spielplan raus, hat mir mein Kumpel Nikolas Agrafiotis geschrieben, wie sehr er sich auf das Wiedersehen freut. Natürlich ist das auch für mich ein ganz besonderes Spiel.“ Sein Ziel ist klar: Mit den Preußen die ersten drei Auswärtspunkte holen.



