Bei der zweiten Tagesspiegel-Tribüne zur WM stand das Thema Queerness im Profifußball im Mittelpunkt. Ein homosexuelles Liebespaar, das im gleichen Fußballverein spielt, berichtete erstmals öffentlich von seinen persönlichen Erfahrungen. „Es funktioniert nur mit dem richtigen Mindset“, erklärte einer der beiden Spieler. Das Paar schilderte, wie es ist, sowohl auf als auch neben dem Platz eine Beziehung zu führen.
Kein offen queerer Spieler bei der WM der Männer
Während bei der bevorstehenden WM in den USA, Mexiko und Kanada kein einziger offen queerer Profifußballer bekannt ist, sieht die Situation bei den Frauen völlig anders aus. Dort gilt Queersein längst als gelebte Normalität. Das Paar betonte die Diskrepanz zwischen Männer- und Frauenfußball: „Bei den Frauen ist es selbstverständlich, bei den Männern ein Tabu.“
Die Hürden für queere Spieler im Männerfußball
Die beiden Spieler berichteten von anhaltenden Hürden, denen sie im Verein begegnen. Dazu gehören Vorurteile, mangelnde Akzeptanz und die Angst vor negativen Reaktionen von Mitspielern oder Fans. „Man muss ständig abwägen, wem man sich anvertraut“, sagte einer von ihnen. Trotz der Fortschritte in der Gesellschaft bleibe der Profifußball in dieser Hinsicht rückständig.
Was Männerfußball von Frauenfußball lernen kann
Das Paar sieht im Frauenfußball ein Vorbild für mehr Offenheit. „Die Frauen zeigen, dass es möglich ist, authentisch zu leben und gleichzeitig erfolgreich zu sein“, erklärten sie. Sie plädierten für mehr Sensibilisierungstrainings und eine aktive Unterstützung durch Verbände und Vereine. Nur so könne sich die Kultur im Männerfußball nachhaltig verändern.
Die Bedeutung der Tagesspiegel-Tribüne
Die Veranstaltung bot eine Plattform für Diskussionen über Diversität im Fußball. Laut Organisatoren sei es wichtig, solche Themen öffentlich zu machen, um Vorurteile abzubauen. Das Paar hofft, dass ihr Bericht andere queere Spieler ermutigt, sich zu öffnen. „Jeder Schritt in Richtung Sichtbarkeit hilft“, so ihr Fazit.



