Carlos Queiroz ist nicht länger Nationaltrainer von Ghana. Nach dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Kolumbien in Kansas City gab der 73-jährige Coach bekannt, dass er sein Amt nicht fortsetzen werde. Für Queiroz, der das Amt erst im April nach einer Testspiel-Niederlage in Deutschland von Otto Addo übernommen hatte, war es die fünfte Weltmeisterschaft als Trainer in Serie.
Kritik am ghanaischen Fußball-Verband
Bei seinem Abschied übte der Trainer-Veteran scharfe Kritik am ghanaischen Fußball-Verband. „Die Zukunft der Black Stars wird nicht allein auf dem Platz gebaut, der Erfolg der Black Stars muss außerhalb des Platzes beginnen, indem man die bestmöglichen Bedingungen schafft, um das außergewöhnliche Fußball-Talent Ghanas vorzubereiten, zu schützen und zu entwickeln“, erklärte Queiroz.
Der portugiesische Trainer hatte die Mannschaft erst im April 2023 übernommen, nachdem Otto Addo nach einer enttäuschenden Testspiel-Niederlage in Deutschland zurückgetreten war. Unter Queiroz gelang Ghana die Qualifikation für die WM, wo man in der Vorrunde gegen Portugal, Südkorea und Uruguay spielte. Im Achtelfinale war dann gegen Kolumbien Endstation.
Fünfte WM als Trainer in Serie
Carlos Queiroz blickt auf eine lange Karriere zurück. Er trainierte unter anderem die Nationalmannschaften von Portugal, Iran, Kolumbien und Ägypten sowie Vereine wie Real Madrid und Sporting Lissabon. Mit Ghana nahm er an seiner fünften aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaft als Cheftrainer teil – eine seltene Kontinuität in einem oft von Wechseln geprägten Geschäft.
Der ghanaische Verband steht nun vor der Aufgabe, einen neuen Nationaltrainer zu finden. Die Black Stars haben in den letzten Jahren eine hohe Fluktuation auf der Trainerposition erlebt. Queiroz’ Vorgänger Otto Addo war nur wenige Monate im Amt, davor hatten unter anderem Milovan Rajevac und Charles Akonnor das Sagen.
Suche nach neuem Coach beginnt
Die Verbandsspitze muss nun schnell handeln, um die Mannschaft auf die kommenden Qualifikationsspiele für den Afrika-Cup und die nächste WM vorzubereiten. Die Kritik von Queiroz an den Rahmenbedingungen könnte dabei eine Rolle spielen: Der 73-Jährige bemängelte die Infrastruktur und die Unterstützung durch den Verband. Es bleibt abzuwarten, ob der nächste Trainer ähnliche Bedingungen vorfinden wird.
Die Zukunft der Black Stars bleibt ungewiss. Das Talent im Land ist unbestritten, doch die Organisation und die Kontinuität auf der Trainerbank müssen verbessert werden, um langfristig erfolgreich zu sein.



