Riera: Brad-Pitt-Vergleich und Götze-Frust nach Frankfurt-Aus
Riera: Brad-Pitt-Vergleich und Götze-Frust nach Aus

Frankfurt – Mit einem 2:2 gegen den VfB Stuttgart verabschiedete sich Albert Riera (44) am 16. Mai als Trainer von Eintracht Frankfurt. Nach 14 Spielen war das größte Missverständnis der Eintracht-Geschichte beendet. Selten hat ein Trainer in etwas mehr als drei Monaten in einem Klub so viele Menschen gegen sich aufgebracht wie Riera. Ob Spieler, Betreuer oder Geschäftsstellenmitarbeiter – überall eckte der Spanier mit seiner Art an. Jetzt hat Riera sein erstes Interview seit seinem Ende bei Eintracht gegeben. Und er zieht einen kuriosen Vergleich.

Riera: „Wir haben einfach nicht zusammengepasst“

Riera sagte zum slowenischen Fernsehsender Sportklub: „Wir haben einfach nicht zusammengepasst. Schauen Sie sich zum Beispiel die wunderschöne Angelina Jolie und den charmanten Brad Pitt an. Beide sind wunderbar, aber sie passen nicht zusammen. Warum? Weil es nicht nur auf das Äußere ankommt; kleine Details entscheiden darüber, ob etwas funktioniert oder nicht.“

Der Trainer glaubt, dass er am Ende über sein Verhalten gegenüber Mario Götze gestolpert ist

Den Weltmeister hatte Riera Ende März vor dem Spiel gegen Mainz 05 erstmals aus dem Kader gestrichen, nachdem er zu Beginn seiner Zeit in Frankfurt noch auf den Offensiv-Star als Führungsspieler gesetzt hatte. Eine Woche später verlängerte Sportvorstand Markus Krösche (45) den Vertrag mit Götze bei Eintracht Frankfurt bis 2028. Das verstand Riera offenbar nicht.

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Der Trainer: „Ehrlich gesagt liegt eine außergewöhnliche Erfahrung hinter mir. Erfahrungen kann einem niemand nehmen, und sie sind der beste Weg, um zu lernen. Ich kam zum falschen Zeitpunkt an den falschen Ort. Das ist die Realität. Ich weiß nicht, ob es jemand besser gemacht hätte, das werden wir nie wissen. Nach fünf Wochen, in denen wir dreimal gewonnen, unentschieden gespielt und 2:3 gegen Bayern verloren hatten, folgte eine Pause, nach der ich einen wichtigen Spieler aus dem Kader gestrichen habe. Von da an begann das Problem des Albert Riera in Deutschland.“

Tatsächlich begann das Problem, als Riera direkt nach der peinlichen 1:2-Niederlage in Mainz zu einem Legendenspiel nach Liverpool reiste und der Frankfurter Mannschaft in dieser Phase einen mehrtägigen Sonderurlaub gewährte. Das sorgte für Irritationen im ganzen Klub. Anschließend wurde der Eintracht-Fußball unter Riera immer schlechter, Europa wurde als Tabellen-8. verpasst. Bilanz: vier Siege, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen. Unter Vorgänger Dino Toppmöller lag Eintracht auf Rang 7, der zur Teilnahme an der Conference League berechtigt hätte.

Riera kritisiert Vereinspolitik und Kader

„Es gibt zwei Gründe, warum diese Geschichte kein erfolgreiches Ende nahm. In diesem Moment waren dem Verein Namen wichtiger als Ergebnisse, und gleichzeitig verstand ich an diesem Punkt, dass ich bei der Eintracht nicht die Profile von Spielern bekommen würde, die ich mir wünsche und die ich im Sommer hätte holen wollen. Die Vereinspolitik ist eben so, dass der Trainer keinen Einfluss auf das Scouting und die Kaderzusammenstellung hat. Das ist für mich kein passendes Umfeld, und ich wusste, dass wir langfristig nicht zusammenbleiben können“, erklärt Riera.

Heißt: Riera wollte weder mit Stars wie Weltmeister Götze arbeiten, noch in der neuen Saison junge Spieler zu Topspielern entwickeln – so, wie es seit Jahren Frankfurts Stil ist. Vielmehr hatte er eine klare Vorstellung, wie der Kader auszusehen habe. Unter Boss Krösche erkannte er dann aber wohl recht schnell, dass das so in Frankfurt nicht funktioniert. Und auch der Umgang des Trainers mit Stürmer Jonathan Burkardt wegen dessen angeblich schlechter Fitnesswerte wurde für Riera zum Bumerang.

Riera: „Die Geschichte begann gut, wir kassierten weniger Gegentore als zuvor, aber ich bin einfach kein Mensch, der die Vereinspolitik ändern kann. Die Realität ist, dass Frankfurt ein Verein ist, der mehr verkauft als kauft. Diese Situation habe ich akzeptiert und verstanden, dass ich die Spieler, die ich mir wünsche, nicht werde holen können.“

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Riera unterstreicht, dass er mit dem kompletten Kader in Frankfurt nicht zufrieden war. Er sagt: „Es geht nicht darum, dass Frankfurt schlechte Spieler hat, ganz und gar nicht. Aber in dieser Mannschaft gibt es keinen einzigen Fußballer, den ich in mein nächstes Projekt mitnehmen würde. In Celje gibt es mehr Spieler, die ich gerne in meinem nächsten Verein dabei hätte, als bei der Eintracht.“

Über Sportchef Krösche sagte Riera: „Schlecht über jemanden im Fußball zu sprechen, bringt nicht viel Gutes. Über den Sportdirektor, der mich geholt hat, kann ich nur mit gewählten Worten sprechen. Wir haben gut zusammengearbeitet, auch unser letztes Gespräch bei der Trennung war positiv. Er schätzte meine Arbeit und meine Denkweise und brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass ich in Zukunft noch große Klubs trainieren werde.“